Was auch immer Wölfe-Coach Foster seinen Schützlingen in der Unterbrechung mit auf den Weg gegeben hatte, es zeigte die gewünschte Wirkung. Die folgenden 20 Minuten standen ganz im Zeichen der Hausherren, bei denen vor allem die Kontingentspieler Peter Trska und McNeill sowie Jordan Knackstedt ordentlich aufdrehten. In einem ersten Überzahlspiel behielt Maxwell im Tor der Huskies trotz der undurchsichtigen Aktion aber zunächst noch die Übersicht, auch Steve Hanusch und Knackstedt waren direkt darauf nicht erfolgreich (22.). Schadlos hielten sich aber auch die Selber, als der Spitzenreiter darauffolgend selbst ein Powerplay hatte.
Dann zündeten die Wölfe ein regelrechtes Feuerwerk an Großchancen ab. Die Kracher von Miglio (27.), Heljanko (28.) und Bassen (30.) vereitelte Maxwell allerdings. Dann feuerte Peter Trska im Minutentakt auf das Kasseler Tor (29.,30., 32.), doch das 1:1 schien nicht fallen zu wollen. Das hätte Kassels 1:0-Torschütze Olsen beinahe ein zweites Mal bestraft, doch Bitzer blieb in der Neuauflage des Duells der Sieger (33.). Hätte der EC in dieser Situation erhöht, der Weg für Selb zurück in die Partie wäre meilenweit gewesen. Verdient war aber zu diesem Zeitpunkt mitnichten ein mögliches 0:2, sondern der 1:1-Ausgleichstreffer. Und der fiel – endlich dachte sich ein Gros der bangenden Anhängerschaft in der Netzsch-Arena – als Kolupaylo ein weiteres Geschoss in Richtung Maxwell abfeuerte und McNeill eiskalt den Abpraller verwertete (33.). Gerade als die Wölfe-Fans ob des 1:1 eskalierten, legten ihre Stars auf dem Eis schon wieder nach. Heljanko, zuletzt gegen Crimmitschau und Kaufbeuren auf der Tribüne, entschied sich nach einem gescheiterten Schussversuch für den cleveren Kurzpass auf Donat Peter, der aus Nahdistanz keinerlei Probleme hatte, den Puck in die von Maxwell entblößte Torseite zu schicken (34.) . Die Emotionen am Selber Vorwerk kochten über, die vor dem Spiel nur von den kühnsten Supportern möglich gehalten Sensation gegen den DEL2-Tabellenführer zum Greifen nah. Frenetische „Selber Wölfe, Olee“-Sprechchöre hallten nun durch die Eissporthalle.