Der Südafrikaner Roland Schoeman, wie Coventry 2004 in Athen Olympiasieger im Schwimmen, konterte: "Das IOC ist von der Idee der olympischen Werte begeistert - solange von den Athleten als Einzigen erwartet wird, finanzielle Opfer zu bringen." Cameron McEvoy aus Australien, der vor zwei Jahren in Paris Gold über 50 Meter Freistil holte, kritisierte Coventry unter Verweis auf die "Enhanced Games": "Für diese Aussagen gab es keinen ungünstigeren Zeitpunkt."
Im Sinne von Trump: Geschlechtertests bei Frauen
So richtig gebrauchen kann die IOC-Präsidentin diesen Wirbel gerade nicht. Will sich Coventry doch vor allem als oberste Vertreterin der Athletinnen und Athleten darstellen, immer wieder betont sie ihre eigene Vergangenheit im olympischen Schwimmbecken. Wohl auch deshalb zeigt sie bislang weniger Interesse als Bach an großer Sportdiplomatie in einer zerrissenen Welt, das Kerngeschäft Olympia ist ihr Fokus.
Das von Bach angeschobene Projekt E-Sport-Olympia hat Coventry auf Eis gelegt. Die Zukunft der Olympischen Jugendspiele erscheint derzeit völlig offen. Auch mit der langjährigen Linie in der Frauen-Kategorie hat Coventry gebrochen. Künftig werden ganz im Sinne des nächsten Olympia-Gastgebers Donald Trump einmalig Geschlechtertests von Sportlerinnen verlangt, Transfrauen ist der Start in Frauen-Wettbewerben in Los Angeles 2028 untersagt.
Die Sonder-Session in dieser Woche soll nun den weiteren Kurs für die verbleibenden sieben Jahre von Coventrys Amtszeit vorgeben, heißt es aus dem IOC: "Das ist nicht die Ziellinie, sondern ein wichtiger Moment, um die Richtung der Organisation festzulegen."