Die CSU ist die Partei der legendären Geschlossenheit. Umso erstaunlicher, dass sie ihrem Vorsitzenden Markus Söder drei Monate vor der Kommunalwahl einen ordentlichen Denkzettel verpasst. 83,6 Prozent bei der Wiederwahl kommen im CSU-Kosmos einer deftigen Watschn gleich. An der Parteibasis muss sich viel Unmut aufgestaut haben. Es geht nicht nur um Sekundärtugenden wie Teamfähigkeit, Anstand und Wertschätzung, viele in der CSU spüren auch eine Unwucht im politischen Hauptgeschäft. Vor ein paar Jahren hat Söder noch Bäume umarmt, jetzt kam in 75 Minuten Parteitagsrede das Wort „Klimaschutz“ nicht ein einziges Mal vor. Als sich Söder seiner Erfolge bei Mütterrente, Agrar-Diesel und Gastro-Steuer rühmte, fiel der Applaus auffallend spärlich aus.
CSU-Parteitag Naht eine „Söder-Dämmerung“?
Jürgen Umlauft 14.12.2025 - 14:10 Uhr