CSU-Parteitag Naht eine „Söder-Dämmerung“?

Jürgen Umlauft

Das maue Wahlergebnis muss dem CSU-Chef zu denken geben, meint unser Autor.

 Jürgen Umlauft Foto:  HCSB

Die CSU ist die Partei der legendären Geschlossenheit. Umso erstaunlicher, dass sie ihrem Vorsitzenden Markus Söder drei Monate vor der Kommunalwahl einen ordentlichen Denkzettel verpasst. 83,6 Prozent bei der Wiederwahl kommen im CSU-Kosmos einer deftigen Watschn gleich. An der Parteibasis muss sich viel Unmut aufgestaut haben. Es geht nicht nur um Sekundärtugenden wie Teamfähigkeit, Anstand und Wertschätzung, viele in der CSU spüren auch eine Unwucht im politischen Hauptgeschäft. Vor ein paar Jahren hat Söder noch Bäume umarmt, jetzt kam in 75 Minuten Parteitagsrede das Wort „Klimaschutz“ nicht ein einziges Mal vor. Als sich Söder seiner Erfolge bei Mütterrente, Agrar-Diesel und Gastro-Steuer rühmte, fiel der Applaus auffallend spärlich aus.

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Man ahnt wohl in der CSU, dass solche Klientelgeschenke nicht in eine Zeit passen, in der auf der anderen Seite das Kinderstartgeld gestrichen wird. Dass Söder die Schuld für sein maues Ergebnis bei anderen sucht und eine Intrige wittert, ist keine gutes Zeichen.

Ob deshalb schon die „Söder-Dämmerung“ hereinbricht, wie man in der Opposition vermutet, wird sich zeigen. Es liegt an Söder selbst, die richtigen Schlüsse aus dem Parteitag zu ziehen.