CSU-Schelte in Waldershof Heftige Kritik an „Söder und Co.“

Urkunden und Buchgeschenke gab es für die Treue zur CSU. Im Bild (von links): Tobias Reiß, Mario Rabenbauer, Hubert Kellner und Bürgermeisterin Margit Bayer Foto: /Oswald Zintl

Der Waldershofer CSU-Chef Mario Rabenbauer geht mit der Parteispitze hart ins Gericht. Vertrauen wieder herstellen gelinge nur über die Arbeit vor Ort.

Die Zielsetzung nach zwei Jahren Pandemie und fast vollständigem Stillstand der Parteiarbeit heißt in Waldershof Aufbruch. CSU-Ortsvorsitzender Mario Rabenbauer ging in der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung am Montagabend mit der Parteispitze hart ins Gericht. Dabei bezog sich Rabenbauer auf einen Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“ vom Wochenende mit dem Titel: „Wie die CSU immer tiefer in die Krise rutscht.“

Nur mit dem Kopf schütteln

Der Ortsvorsitzenden weiter: „Bei dieser Überschrift hat jeder von uns Beispiele vor Augen, wo man über unsere Partei nur mit dem Kopf schütteln kann. Das beginnt mit unserem Parteivorsitzenden, dessen Ego größer ist als seine Erfolge, bis hin zu Verfehlungen Einzelner, die damit auch immer die gesamte Partei in Haftung nehmen. Auch CSU-Ortsvorsitzende haben bereits das Handtuch geworfen und die Partei verlassen (wie etwa Jürgen Fraas aus Wunsiedel. Anmerkung der Redaktion).“

Gemeinsam anpacken

Kritik zu üben, reicht Rabenbauer nicht: „Ich will an meiner Stelle in der Partei etwas bewegen und einen besseren Weg für die CSU einschlagen. Wer außer der Basis soll es sonst können? Söder und Co. werden wir nicht mehr ändern, aber die Partei auf örtlicher Ebene können wir selbst aktiv mitgestalten, und dafür werbe ich um eure Unterstützung. Jetzt ist der Zeitpunkt, sich aus der Lethargie der letzten zwei Jahre zu verabschieden. Packen wir gemeinsam an und schaffen damit eine erfolgreiche Zukunft für die CSU und unsere Heimat.“

In den nächsten Tagen erhalten die CSU-Mitglieder die Planungen für die kommenden Monate.

Konstruktive Arbeit im Stadtrat

Auf die Arbeit im Stadtrat eingehend erklärte Rabenbauer, dass hier sehr konstruktiv über die Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet werde und alle Beschlüsse mit großen Mehrheiten gefasst worden seien. Sein Dank galt Bürgermeisterin Margit Bayer und den Stadträten für die geleistete Arbeit sowie den Abgeordneten Albert Rupprecht und Tobias Reiß, die sich immer für die Belange der Region einsetzten und mit Rat und Tat zur Seite ständen.

Große Herausforderungen

Bürgermeisterin Margit Bayer ging in ihrem Grußwort auf die großen Herausforderungen der Stadt in Sachen Ortsumgehung, Schulsanierung, Kindergarten-Neubau und Anbau des Feuerwehrhauses ein. Der noch zu verabschiedende Haushalt für 2022 beläuft sich auf etwa 36 Millionen Euro, die Gewerbesteuereinnahmen liegen bei etwa 13,5 Millionen Euro.

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß dankte dem Ortsverein und seinen Mandatsträgern für die geleistete Arbeit und sicherte auch für die Zukunft seine Unterstützung zu. Für langjährige Treue zur CSU wurden Altbürgermeister Hubert Kellner (30 Jahre) und Mario Rabenbauer (20 Jahre) ausgezeichnet.

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