Culmitz Droht wieder der Dornröschenschlaf?

Das Traditionshaus Culmitzhammer gilt als einer der idyllischsten Gastronomiebetriebe der Region. Archiv Foto: Nauck

Die Pächter des Gasthofs Culmitzhammer mit Hotel wollen raus aus dem Vertrag. Uneinigkeiten mit dem Eigentümer sind wohl der Grund.

Culmitz - Eigentlich hatte das Ehepaar, das den Gutshof Culmitzhammer bewirtet, vor, mindestens zehn Jahre zu bleiben. Für diese Laufzeit hatten die Gastronomen 2017 einen Pachtvertrag für den Gutshof Culmitzhammer unterschrieben (wir berichteten). Doch nun wollen beide offensichtlich nächstes Jahr ihre Zelte dort abbrechen. Das bestätigt der Coburger Eigentümer Thomas Walter auf Anfrage der Frankenpost . Zusammen mit seiner Frau und anderen Partnern hat er das schmucke Gebäude 2008 unter der "Culmitzhammer Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH" ersteigert. Vor wenigen Wochen habe man nun die Kündigung der Pächter erhalten. "Zum 30. September 2020 können sie aus dem Vertrag aussteigen, sofern sie das möchten", sagt Walter. Die Pächter selbst wollen sich auf Anfrage nicht äußern.

Aufträge für Festlichkeiten ab dem Sommer 2020 nehmen die Gastronomen jedenfalls nicht mehr an. Das mussten in den vergangenen Wochen einige Interessenten erfahren, die etwa für die Ausrichtung einer Familienfeier angefragt hatten. Grund für das vorzeitige Aus sind wohl Streitigkeiten zwischen Pächter und Verpächter, wie von etlichen Seiten an die Frankenpost herangetragen wurde. Dazu schweigt aber auch Verpächter Thomas Walter.

Inmitten der unberührten Natur des Frankenwalds gilt der Gutshof Culmitzhammer als einer der idyllischsten und schönsten Gastronomiebetriebe mit Biergarten und Hotel im Landkreis Hof. Vor allem bei Brautpaaren erfreut er sich großer Beliebtheit für Hochzeitsfeiern - ebenso das angeschlossene Trauungszimmer des Standesamtes Naila innerhalb des Gebäudes.

Für einen zweistelligen Millionenbetrag wurde es vor mehr als 25 Jahren errichtet. Derzeit hat es laut Eigentümer einen Wert von 9,5 Millionen Euro. Die Betreiber wechselten in den vergangenen Jahren häufig: 2008 erwarben Walter und seine Partner das Haus. Als die damaligen Pächter nach kurzer Zeit ausstiegen, übernahm er mit seiner Ehefrau im Juni 2014 selbst die Bewirtung mit Chefkoch und Angestellten. 2017 übernahm dann das Gastronomen-Ehepaar, das nun gehen möchte. Auch eine Phase des Leerstands hat das Kleinod hinter sich. Von 2004 bis 2008 drohte es zu verkommen. "Wer weckt das Haus aus dem Dornröschenschlaf?" stand einmal auf einem Schild an der Tür. So weit wird es laut Walter nun nicht kommen. "Wir haben bereits zwei Anfragen von Interessenten, die das Objekt pachten oder kaufen möchten", berichtet er. Wann genau der letzte Tag der aktuellen Pächter in Culmitzhammer sein wird, ist unklar. Dazu stehen anscheinend noch Gespräche aus.

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