Dank Dietmar Ungerank Hof behält Gitarrenkonzerte

Lisbeth Kaupenjohann
Freuen sich aufs erste Konzert: Dietmar Ungerank und Ewa Margareta Cyran. Foto: /lk

Nachdem Dietmar Ungerank seine eigene Gitarrenschule gegründet hat, lässt er jetzt das beliebte Musik-Event wieder aufleben. Yoshimasa Yoshida ist sein erster Künstler.

Dass Dietmar Ungerank nicht viel hält vom Rentner-Schlendrian, konnte man sich denken. Deshalb hat es nicht sehr verwundert, dass er vor einem Jahr seine eigene Gitarrenschule „Freunde der Gitarre“ gegründet hat, wo er derzeit 23 Schüler unterrichtet. „Für mich ist das keine Arbeit, sondern Berufung“, sagt Ungerank. Er, der selbst als Autodidakt angefangen hat, weiß, wie wichtig es ist, möglichst früh die Freude an der Musik zu entdecken.

Nachdem die Musikschule der Hofer Symphoniker seinen Vertrag 2021 aus Altersgründen nicht mehr verlängert hatte, waren Schüler und Eltern auf ihn zugekommen und hatten gefragt, ob er nicht privat weiter unterrichten könne. Die meisten seiner Schüler folgten ihm, neue kamen dazu.

Inzwischen fragten Freunde anspruchsvoller Gitarrenmusik immer wieder nach, ob es nicht auch wieder Gitarrenkonzerte geben könnte. Von 1972 bis 2017 hatte Ungerank mit großem Erfolg eine Konzertreihe in Hof etabliert, die er dann in Eigeninitiative im Klostercafé fortsetzte. Viele international bekannte Künstler folgten seinem Ruf. In Fachkreisen ist die Saalestadt seitdem bekannt. „Da wir nun in der Adventisten-Kirche technisch sehr gut ausgestattete Räume zur Verfügung haben, ist es möglich, die Konzertreihe mit meiner Lebenspartnerin Ewa Margareta Cyran neu zu starten“, freut sich Ungerank. Die Stadt Hof und der Tonkünstlerverband Hochfranken unterstützen ihn dabei. Zunächst einmal sind vier Konzerte bis Juli dieses Jahres geplant. „Ist das Interesse groß genug, setzen wir die Reihe fort“, verspricht Ungerank. Erstmals sollen die Konzerte bis auf wenige Ausnahmen am späten Sonntagnachmittag stattfinden.

Dem Japaner Yoshimasa Yoshida bleibt es vorbehalten, die Konzertreihe am Sonntag, 22. Januar, um 17 Uhr zu eröffnen. So mancher hat ihn bereits im Klostercafé erlebt. Yoshida studierte an der „International Niibori Music Academy“ in Japan und von 1987 bis 1992 an der Musikhochschule Köln-Aachen. Er ist Preisträger internationaler Gitarrenwettbewerbe in Japan, Deutschland und Skandinavien. Weltweit ist er unterwegs als Solist und mit Orchestern, er erteilt Meisterkurse in vielen Ländern. 2004 führte er erstmals die „Intonation und vier Klangbilder nach Gemälden von Xiaobai Su“ von Dietmar Ungerank in Japan auf.

Am 19. März wird die Gitarristin Anne Haasch aus Weimar erwartet – auch sie eine gefragte Solistin, Kammermusikerin und Pädagogin. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit Werken jüdischer/verfemter Komponisten. Weitere Konzerte sind mit einem polnischen Duo sowie mit dem Hofer Nikolas Göhl, einem ehemaligen Schüler Ungeranks, geplant. „Ich hoffe, dass unser Angebot gut angenommen wird“, meint Ungerank. „Wir ermuntern unser Publikum, sich vom Gitarrenklang mitreißen zu lassen, zu hören und zu genießen. Das tut der Seele gut in diesen unruhigen Zeiten.“

Seit Corona ist es nicht einfacher geworden, Konzerte zu organisieren. Dietmar Ungerank und seine Lebenspartnerin Ewa Margareta Cyran kümmern sich persönlich ums Wohlergehen der Gastmusiker. Nun macht es sich bezahlt, dass sie über die Jahre so gute Kontakte aufgebaut haben. Daraus sind Freundschaften erwachsen.

Ungerank war in den frühen 1970er-Jahren aus Österreich nach Hof gekommen, wo er in verschiedenen professionellen Bands spielte. „Noch bis in die frühen 1980er-Jahre gab es in Hof fünf Lokale mit Livemusik“, erinnert er sich. Von 1978 an wirkte er als Dozent an der Musikschule der Hofer Symphoniker und übernahm 2011 die neue Stelle als Fachbereichsleiter für Zupfmusik. Gleichzeitig war er Vorsitzender des Tonkünstlerverbandes Hof und Umgebung.

 

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