Ihre zweite Klientin ist 39, sehe aber aus wie 60: „Sie hat Krebs, ihr Gesicht ist vernarbt und entstellt. Sie kommt vom Land, ist Analphabetin, war mit 15 zwangsverheiratet worden – in das Dorf, aus dem sie stammt, sollten ihre Tochter und sie lieber nie mehr zurückgehen“, berichtet Judith Heise. Die Missionarin und Sozialarbeiterin hat gerade einen gefühlten 24-Stunden-Tag: Weil sie neben ihrer Aufgabe als Gefängnisseelsorgerin in der argentinischen Millionenstadt Cordoba seit drei Monaten auch noch ein Herzensprojekt stemmt: einen Zufluchtsort, wie es ihn in Argentinien sonst nicht so oft gibt.