Reichenbach“ – welch klangvoller Name! Seit fast 200 Jahren leiht ihn der kleine Ort nahe dem Hermsdorfer Autobahnkreuz dem Porzellan, das dort gebrannt wird. Ein geschwungenes „R“ mir Lorbeerkranz und Krönchen als Markensiegel steht für edles Geschirr. Doch in der Porzellanmanufaktur, wo es seinen Anfang nimmt, sieht zunächst rein gar nichts edel aus: Wie eine graubraune Schlange presst eine Maschine die rohe Masse aus ihrem Schlund. Das Geheimnis des Porzellans – falls es so etwas 300 Jahre nach dem Meißner Erfinder Johann Friedrich Böttger noch gibt – sei da längst zusammengerührt, scherzt Annett Geithe. Die Zutaten und vor allem der Wassergehalt der Masse müssen nämlich ganz genau stimmen, erklärt die Geschäftsführerin. Andernfalls käme am Ende nur Murks heraus. Und ganz genau stimmen müssen auch die Formen. Porzellan schrumpft beim Brennen, das muss beim Drehen der Rohlinge berücksichtigt werden, damit Teller und Tassen am Ende auch alle genau so aussehen wie die Musterstücke. Eine Angelegenheit, die viel technologisches Wissen und handwerkliche Erfahrung erfordert.
DDR-Porzellan Mitropa-Tassen für den Küchenschrank
Peter Lauterbach 06.12.2024 - 12:00 Uhr