Am Freitag sollte das Schwimmbad für den regulären Betrieb geschlossen bleiben. Das Bad solle am Samstag dann wieder wie vorgesehen ab 12.00 Uhr geöffnet sein, sagte Lilienthal.
Wie reagiert die Politik auf die Entwicklung?
Die Leiterin der Ombudsstelle des Landesantidiskriminierungsgesetzes bei der Senatsverwaltung für Vielfalt und Antidiskriminierung, Doris Liebscher, verteidigte das Konzept in einer Mitteilung. Eine unterschiedliche Behandlung sei zulässig, wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile strukturell benachteiligter Personen verhindert oder ausgeglichen werden sollen.
Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) betonte, die Debatte laufe in eine völlig falsche Richtung. "Aus einem zeitlich begrenzten Angebot für schwarze Menschen wird ein Diskriminierungsvorwurf konstruiert, der der Sache nicht gerecht wird."
Linke und Grüne in Berlin bezeichneten die Vorgänge als "unerträglich". "Dass die Absage wegen Sicherheitsbedenken erfolgen musste und das gemeinsame Schwimmen für schwarze Kinder und Jugendliche im Volksbad nun ausfällt, zeigt, wie sehr Hass und Hetze um sich greifen", sagte Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp der Deutschen Presse-Agentur.
Gibt es ähnliche Vorfälle auch in anderen Ländern?
Durchaus. In Großbritannien etwa kam es bereits vor mehr als zwei Jahren zu einer ähnlichen Debatte. Im Februar 2024 sorgten zwei geplante "Black Out"-Aufführungen des Stücks "Slave Play" im Londoner Noël Coward Theatre sogar in der Downing Street für Aufregung.
Auch in Frankreich wird die Frage, ob ein Raum gegen Rassismus geschützt sei, indem er Menschen nach ihrer Hautfarbe trennt, mit großer Schärfe diskutiert. 2017 entzündete sich der Streit am afrofeministischen Festival "Nyansapo" in Paris. Das schwarze feministische Kollektiv Mwasi wollte dort Räume schaffen, in denen schwarze Frauen über Rassismus, Sexismus und Diskriminierung sprechen konnten. Die damalige Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sah darin zunächst eine Diskriminierung Weißer.