DEL2-Generalprobe Der VER lässt die Muskeln spielen

Die Selber Wölfe gewinnen am Sonntag auch den zweiten Vergleich mit den Eispiraten Crimmitschau. Sie können am Freitag in Bayreuth mit breiter Brust in die DEL2-Saison starten.

Selb - Die Vorbereitung auf die erste Selber Zweitligasaison nach 35 Jahren – damals noch unter dem Namen VERE – ist Geschichte. Die Wölfe feierten am Sonntag mit dem 4:2 (1:1, 2:0, 1:1) gegen die Eispiraten Crimmitschau den vierten Sieg im sechsten Testspiel und können – auch wenn Test- und Pflichtspiele zweierlei Stiefel sind – mit breiter Brust das „Abenteuer DEL2“ angehen. „Wir haben uns schnell an das höhere Tempo gewöhnt“, lobte VER-Trainer Herbert Hohenberger seine Mannschaft schon am Freitagabend nach dem 4:3-Sieg nach Penaltyschießen in Crimmitschau.

Flottes Spiel

Die Generalprobe für den Saisonstart am kommenden Freitag bei den Bayreuth Tigers nutzten auch die beiden Fanlager, um das Singen mit Masken noch einmal ausgiebig zu testen. Die 700 Besucher, darunter etwa 60 aus Sachsen, sahen vom Bully weg ein flottes Spiel, in dem die Wölfe zunächst ein leichtes Übergewicht hatten und nach sechs Minuten im Powerplay in Führung gingen. Miglio hatte nur wenige Sekunden später sogar die große Möglichkeit, den zweiten Treffer nachzulegen. In der Folge verschärfte Crimmitschau aber das Tempo, kam einige Male gefährlich vor das von Weninger gut gehütete Tor. Nach dem ersten Powerbreak in der Netzsch-Arena – in jedem Drittel werden die DEL2-Spiele 90 Sekunden für Werbeeinblendungen unterbrochen –, war auch Weninger machtlos bei Lemays feinem Treffer zum 1:1.

Gare behält die Ruhe

Auch im Mittelabschnitt blieb das Tempo hoch und jeder Zentimeter der Eisfläche heiß umkämpft. Die Gäste hatten zunächst zwar leichte Vorteile, die besseren Möglichkeiten aber die Wölfe. In der 26. Minute scheiterte Gare mit einem Schlagschuss nur um Zentimeter, 60 Sekunden später klingelte es aber zum zweiten Mal im Kasten der Eispiraten. Einen Walters-Schuss wehrte Torwart Gracnar mit viel Mühe und etwas zu schwach ab, und Gelke beförderte die Scheibe zum 2:1 ins Netz. In der Folge stand Weninger wieder öfter im Blickpunkt. Die Partie wurde ruppiger und nickliger, es gab immer wieder kleine Kraftproben und Muskelspiele. Auch auf den Rängen wurde es noch lauter, beide Fanlager kramten die alten Derby-Lieder aus ihrem Repertoire hervor. Einer aber behielt auf dem Eis die Ruhe: Lanny Gare zeigte in der 38. Minute, dass er mit seinen 43 Jahren noch nicht zum ganz alten Eisen gehört, schaute sich Torwart Gracnar aus und erhöhte auf 3:1 für die Wölfe, die mit viel Beifall in die zweite Pause verabschiedet wurden.

Aquin gewinnt Faustkampf

Im Schlussdrittel kamen die Gäste schnell zum Anschlusstreffer, musten dann aber mit ansehen, wie Summers im Faustkampf mit dem neuen VER-Torjäger Aquin seine Grenzen aufgezeigt und richtig eine auf die Nase bekam. Wenig später rasselten auch Wölfe-Kapitän Ondruschka und Olleff noch aneinander, nachdem der ehemalige Selber Förderlizenzspieler etwas zu heftig gegen Weninger nachsetzte. Das Spielerische geriet nun ein wenig in den Hintergrund. Crimmitschau drängte wütend auf den Ausgleich, die Wölfe verteidigen leidenschaftlich und erfolgreich. Als die Eispiraten alles auf eine Karte setzten und den Torwart vom Eis nahmen, traf Aquin zunächst den Pfosten, machte es aber kurz darauf besser und sorgte mit seinem sechsten Treffer im sechsten Testspiel für die Entscheidung.

Die Statistik

VER Selb: Weninger (Weidekamp) – Slavetinsky, Menner; Silbermann, Ondruschka; Walters, Gimmel; Böhringer, Hirschberger - Aquin, Thompson, Boiarchinov; Deeg, Gare, Miglio; Christmann, Gelke, Ross; Naumann, Kryvorutskyy, Klughardt.

Schiedsrichter: Schmidt/Fauerbach. – Zuschauer: 694. – Tore: 6. Min. Walters (Aquin, Boiarchinov; 5-4) 1:0, 13. Min. Lemay 1:1, 27. Min. Gelke (Walters) 2:1, 38. Min. Gare (Miglio) 3:1, 44. Min. Feser 3:2, 59. Min. Aquin (Walters; eng) 4:2. – Strafminuten: Selb 6 + 5 für Aquin + 5 für Ondruscha, Crimmitschau 4 + 5 für Summers + 5 für Olleff.

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