Demo in Hof Erinnerung an Sturm auf die Gewerkschaften

Manfred Köhler

Am 1. Mai gibt es erstmals wieder eine von den Gewerkschaften organisierte Veranstaltung in Hof. Nach Demo und Kundgebungen wird zwischen Sophienschule und Wittelsbacher Park mit Musik und Leckereien gefeiert.

Erstmals gibt es am 1. Mai wieder eine von den Gewerkschaften organisierte Veranstaltung in Hof. Zu den haupt- und ehrenamtlichen Organisatoren gehören (von links) Paul Schmid (IG Bau), Alexander Heim (IG Metall), Eva Petermann (GEW), Ulrike Dierkes-Morsy (Verdi), Hüseyin Budak (Alevitisches Kulturzentrum), Frank Bodenschatz (DGB), Alois Heinlein (DGB), Uwe Zuber (Verdi) und Andreas Jahn (IG Metall). Foto:  

Unter dem Motto „Hof ist ungebrochen solidarisch“ findet zum Tag der Arbeit am 1. Mai erstmals seit vielen Jahren wieder eine von den Gewerkschaften organisierte Veranstaltung in Hof statt. Los geht es um 10 Uhr auf dem Bernhard-Lichtenberg-Platz vor der Marienkirche. Hier startet eine Demonstration zur Marienstraße 75, wo an der Stelle des ehemaligen Gewerkschaftshauses eine Zwischenkundgebung stattfindet. Die Hauptkundgebung ist dann um 10.45 Uhr auf dem Platz zwischen der Sophienschule und dem Wittelsbacher Park. Danach wird bis zirka 14 Uhr ein Familienfest oder auch „Fest für Alle“ gefeiert.

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Den genauen Ablauf besprachen die haupt- und ehrenamtlichen Veranstalter und Organisatoren bei einem Treffen am Montag vor der Sophienschule. „Wir planen die Demo und das Fest schon seit Monaten“, sagte Frank Bodenschatz, Regionssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes Oberfranken mit Sitz in Bayreuth bei einem Pressetermin. Dass es in Hof seit Jahren keine Veranstaltung zum 1. Mai gegeben habe, sei nicht mit den Corona-Beschränkungen zu erklären, sondern damit, dass Schwarzenbach an der Saale auf eine lange Tradition mit öffentlichen Demos zurückschauen könne. Daher hätten sich die Hofer seit Jahren, also auch schon vor Corona, ihren Kollegen in Schwarzenbach angeschlossen. Da heuer erstmals nicht in Schwarzenbach demonstriert und gefeiert werde, habe sich die Veranstaltung nach Hof verlagert.

Damit auch alles klappt, gingen die Organisatoren das Programm nun noch einmal im Detail durch. So ist geplant, bei der Zwischenkundgebung in der Marienstraße 75 der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser vor 90 Jahren zu gedenken. Kurze Ansprachen hierzu halten Volker Seidel und Paul Schmid. Sobald der Demozug an der Sophienschule eintrifft, stehen kurze Grußworte von Oberbürgermeisterin Eva Döhla, tschechischen Partnergewerkschaften und dem DGB-Kreisvorsitzenden Alexander Jäger auf dem Programm. Bei einer anschließenden Podiumsrunde geht es um das Thema „Arbeitszeit – gleiche Bedingungen – Entgelt“. Dann stellen sich kurz die Standbetreiber vor, darunter verschiedene Gewerkschaften, ein Jugendprojekt und das Denkmalprojekt „Sämann“ mit Eva Petermann als Ansprechpartnerin.

Bei der Feier sorgt dann die Band „Solche“ aus Chemnitz für Akustikrock-Klänge. Die kleinen Gäste werden unter anderem mit Kinderschminken unterhalten. Um Biertische, Getränke und Speisen wie Köfte, Falafel und Bratwürste vom Holzkohlegrill kümmert sich die Alevitische Gemeinde Hof. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.