Der Druck auf die Obstbauern sei hoch, sagt Mayr. Verbraucher erwarteten makellose Äpfel, während andere landwirtschaftliche Produkte oft weiterverarbeitet würden. Im Obstbau sei das eine besondere Herausforderung. Neue Sorten seien ein wichtiger Ansatz, um Umweltziele und wirtschaftlichen Anbau miteinander zu verbinden.
Nur wenige Sorten schaffen es in den Supermarkt
Am Bodensee werden die Sorten unter Praxisbedingungen getestet, unter anderem auch in Anlagen in Kressbronn und Frickingen. Dort wachsen derzeit rund 30 robuste Apfelsorten. Doch am Ende entscheidet nicht nur die Widerstandskraft über den Erfolg. Die Äpfel müssen den Verbrauchern auch schmecken.
Viele Kunden greifen seit Jahrzehnten zu bekannten Sorten wie Elstar, Gala oder Jonagold. Neue Züchtungen haben es deshalb oft schwer, sich im Handel durchzusetzen, wie Mayr berichtet. "Ich habe über 800 Sorten kommen und gehen sehen. Nur wenige haben es in den Lebensmitteleinzelhandel geschafft." Es koste sehr viel Geld einen Apfel im Markt zu etablieren.
Um nicht viele neue Sortennamen einführen zu müssen, habe man sich für "Fairdi" als Dachmarkennamen entschieden, ergänzt Heilig. Drei bis vier Sorten sollen darunter vereint werden. Die neuen Züchtungen seien eben nicht nur robuster als viele Klassiker, sondern überzeugten auch geschmacklich. Die Sorte Mammut schmeckt ausgewogen mit einer süßlich-säuerlichen Note.
Langfristige Forschung
Bis eine neue Sorte im Supermarkt landet, vergehen oft 20 Jahre oder mehr - von der ersten Kreuzung bis zum großflächigen Anbau. Ziel der Versuche ist es deshalb herauszufinden, welche Sorten sich langfristig im Anbau und im Handel durchsetzen können. Die Nachhaltigkeitsoffensive soll die Zukunft des Apfelanbaus am Bodensee sichern.