Trend im Fichtelgebirge Museen laden zu Tisch

Im Porzellanikon Hohenberg macht köstliche Kulinarik Appetit auf die aktuelle Ausstellung. Das Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel lockt mit einem „Fichtelmenü“ aus regionalen Zutaten.

Die Liebe zum Museum geht im Landkreis Wunsiedel durch den Magen: Sowohl das Porzellanikon als auch das Fichtelgebirgsmuseum transportieren ihre Themen zusammen mit feinen Köstlichkeiten. So lassen sich sich nicht nur neue Besucher in die Ausstellungen locken, sondern auch treue Gäste emotional enger an die Häuser binden, wissen Christina Heydenreich vom Fichtelgebirgsmuseum und Anna Willeke vom Porzellanikon. Die Plätze für diese Gourmet-Abende in den Museen sind schneller weg als warme Semmeln.

Kurator, Koch und Winzer

Im Porzellanikon Hohenberg gibt es den „Golden Evening“ seit 2015 zweimal pro Jahr. Der ehemalige Verwaltungsleiter André Zaus, der im April zur Luisenburg gewechselt ist, hat das künstlerisch und kulinarisch hochwertige Konzept entwickelt: Nach einer Kuratoren-Führung durch die Sonderausstellung präsentieren ein Koch und ein Winzer ihre Kunst. 69 Euro kostet dieses Menü im Porzellanikon samt Weinbegleitung. „Das ist der Selbstkostenpreis“, sagt Willeke. Seit Langem gibt es mehr Interessenten als Plätze. Auch der nächste „Golden Evening“ am 23. und 24. September in Hohenberg ist fast ausbucht. Während anfangs nur 20 Gäste die Edelmenüs genossen, sind es heute je 50 Gäste an zwei aufeinanderfolgenden Abenden.

Tisch-Deko spiegelt Exponate

Beim vergangenen „Golden Evening“ im Mai spiegelte sich das Thema „künstlerische Unikate aus Meissen“ sowohl in den Weinen des Meißener Weinguts Schloss Porschwitz als auch in der Dekoration: Jeder Tisch erinnerte an eines der Meissen-Exponate, die Kuratorin Petra Werner vorgestellt hatte: Das Blumen-Bouquet wiederholte zum Beispiel motivisch das Wandbild von Volkmar Bretschneider, das Weltall-Arrangement die Bildplatte „Mars“ von Rudi Stolle.

Aus Wald, Feld, Bach und Garten

Wenn der Gaumenschmaus zum Konzept passt, biete auch das Fichtelgebirgsmuseum feines Essen an, erklärt Christina Heydenreich. „Aber nicht regelmäßig.“ Ergänzend zum aktuellen Projekt „So isst das Fichtelgebirge“ kreierten die Edelköche Agnes und Ulrich Kohler ein Genussdinner aus Zutaten, die sich in heimischen Wäldern, Bächen und Gärten finden. Das Museum lud dann zu Kohlers Kulinarik nach Haag bei Marktredwitz ein. 51 Euro kostet das viergängige „Fichtelmenü“ ohne Getränke – laut Heydenreich ebenfalls der „Selbstkostenpreis“. In nur zwei Tagen seien alle 40 Plätze ausgebucht gewesen.

Ernährungswerkstatt im Herbst

Eine Brotzeit mit Produkten aus eigener Landwirtschaft offeriert Beate Wolf im „Steinhaus“ am Donnerstag, 21. Juli, um 18.30 Uhr. Im Herbst organisiert das Fichtelgebirgsmuseum eine Ernährungswerkstatt samt Kochkurs bei Kohlers. Gezeigt wird, wie aus simplen regionalen Zutaten geschmacklich tolle Speisen entstehen – damit das Fichtelgebirge bald noch besser isst.

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