Derby-Splitter „Last Christmas“ und Bierchaos

Das Derby am Tag vor Heiligabend zwischen Bayreuth und Selb bietet Emotionen auf dem Eis und auf den Rängen. Die Fans beider Lager schimpfen über das Catering, zwei Spieler erhalten im Nachgang noch Sperren.

Die Selber Wölfe können Derby gegen die Bayreuth Tigers. Das 4:0 am Freitagabend vor knapp 2800 Zuschauern im Tigerkäfig war saisonübergreifend der sechste Sieg in Folge der Wölfe über den Erzrivalen aus der Wagnerstadt. Gut 800 mitgereiste Selber Anhänger feierten den Sieg euphorisch. Ganz lange Gesichter gab es dagegen wieder einmal bei den in der laufenden DEL2-Saison ohnehin so gebeutelten Bayreuther Fans, die nach dem Spiel in den sozialen Medien harsche Kritik über den Auftritt ihrer Mannschaft übten. Aber nicht nur sportlich hinterließ der Gastgeber im Derby einen schwachen Eindruck. Einige Eindrücke vom Geschehen auf dem Eis und auf den Rängen.

Der Kapitän setzt ein Zeichen – mit Folgen

Nur ganz, ganz kurz durften sich am Tag vor Heilig Abend auch die Tigers-Anhänger im Derby ein bisschen freuen, als ihr Stürmer Travis Ewanyk im Faustkampf den überraschten Selber Jan Hammerbauer überrumpelt hat. Weil Ewanyk anschließend auch die Selber Fans provoziert hat, setzte Wölfe-Kapitän Richard Gelke ein Zeichen, kam von der Spielerbank aufs Eis und zeigte dem Tigers-Angreifer die Grenzen auf. Allerdings mit Folgen: Der Disziplinarausschuss der DEL2 hat Gelke wegen „zu frühem Verlassen der Spielerbank“ für vier Spiele gesperrt. Der Bayreuther Ewanyk bekam ein Spiel Sperre aufgebrummt.

Chaos beim Bier-Ausschank

Beim Eishockey gehört für die meisten Fans (mindestens) ein Bier einfach dazu. Problematisch war das allerdings am Freitagabend im Tigerkäfig. Für die 800 Selber Anhänger stand gerade einmal ein Ausschank zur Verfügung. Zwei junge Damen (die ihr Bestes gaben), ein Zapfhahn: Das musste schief gehen. „Eine einzige Katastrophe“, schimpften die verärgerten Wölfe-Fans angesichts der langen Wartezeiten auf ein Kaltgetränk. Aber auch auf der Seite der Tigers-Anhänger schien das Catering ein Desaster gewesen sein. „Was beim Thema Verpflegung abgeht, kann man nicht mehr in Worte fassen“, teilte ein Bayreuther Fan auf Facebook mit.

Viele Weihnachtsmänner und ein Weihnachtsklassiker

Zum Derby bei den Eispiraten Crimmitschau waren viele Selber Anhänger vor einigen Wochen in Bademänteln gereist, zum Derby nach Bayreuth hatte der Selber Fanclub Fanatics die Fans im Vorfeld zur Verkleidung als Weihnachtsmänner aufgerufen – und zahlreich Gehör gefunden. Rote Weihnachtsmäntel, Nikolausmützen und lange weiße Bärte prägten das Bild in der proppevollen und bunten Fankurve der Wölfe. Und kurz vor Spielende wurde es noch festlicher, als die siegestrunkenen Selber Anhänger in ihrer Fankurve leidenschaftlich den Weihnachtsklassiker „Last Christmas“ anstimmten.

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