Deutsch-Deutsches Museum Mittendrin in der nächtlichen Flucht

Im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth entsteht eine Führung per Virtueller Realität. Damit können Besucher ab Sommer 2025 ganz realistisch Szenen nacherleben, die sich an der Grenze zugetragen haben. Nun gab es die ersten Tests der neuen Technik.

Sie testen die Erlebnisse in der Virtuellen Realität (von links): Vanessa Wagner, Paul-Bernhard Wagner (beide Smart-City-Projekt hoferLand.digital), Landrat Oliver Bär, Patrik Hager (Landratsamt Hof), Robert Lebegern (Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth), Hermann Seifert (Programmleiter Smart-City-Projekt hoferLand.digital, Landratsamt Hof), Lukas Fischer und Jonas Blom (beide Firma TimeRide). Foto: Landratsamt

In Mödlareuth geht der Landkreis Hof den nächsten Schritt in die Zukunft der Geschichtsvermittlung: Gemeinsam mit der Firma TimeRide entwickelt das Smart-City-Projekt des Landkreises derzeit das Projekt „VR-Führung im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth“ – VR steht für Virtual Reality beziehungsweise Virtuelle Realität. Darüber informiert eine Pressemitteilung des Landratsamtes.

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Nun hat Landrat Oliver Bär mit dem Projektteam und der Museumsleitung erste Entwicklungsstufen der Anwendung in Augenschein genommen. Bei der Gedenkveranstaltung zum 35. Jahrestag des Mauerfalls in Mödlareuth am Montag, 9. Dezember, haben auch Gäste erstmals die Gelegenheit, mit VR-Brille einen Blick auf den aktuellen Arbeitsstand zweier Szenen zu werfen.

Eintauchen in die Zeit

Das Projekt verfolgt das Ziel, die bewegte Geschichte des geteilten Dorfes Mödlareuth durch Virtual Reality greifbar zu machen. Besucher sollen künftig in das historische Szenario eintauchen können, um die Zeit der deutschen Teilung nachzuerleben. Das Außengelände des Museums wird dafür digital nachgebildet und mit einer packenden Story kombiniert. Das Storyboard ist abgeschlossen, und die ersten vier von insgesamt acht Szenen wurden nun erstmals gesichtet. Die acht Szenen erzählen vom Mauerbau, vom Alltag entlang der Grenze bis hin zur spannungsgeladenen Fluchtsituation. In einer dieser Szenen erleben die Besucher hautnah die Anspannung einer nächtlichen Flucht: Mit der VR-Brille tauchen sie in die düstere Szenerie ein, sehen Suchscheinwerfer über das Gelände streichen und spüren förmlich die Gefahr, die in der Luft liegt.

„Mit diesem Projekt machen wir Geschichte lebendig und greifbar. Die VR-Führung wird den Menschen ermöglichen, die Zeit der deutschen Teilung auf eine völlig neue und emotionale Weise zu erleben“, erklärte Landrat Oliver Bär. Die moderne Technologien werde genutzt, um historisches Erbe zu bewahren und zugänglich zu machen.

„Unsere Besucher können Geschichte über das rein Wissensvermittelnde hinaus erfahren“, erklärt Robert Lebegern, Leiter des Museums. „Die emotionale Dimension der deutschen Teilung wird direkt spürbar, und die Gäste werden Teil dieser bewegenden Geschichte.“

Historiker und Filmemacher

Dabei wird jede Szene in enger Zusammenarbeit mit Historikern und Filmemachern gestaltet, um Authentizität und Tiefe sicherzustellen. Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie innovative Technologien eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen können.

Während Mödlareuther und Gäste am Montag einen ersten Eindruck gewinnen können, wird hinter den Kulissen weiter intensiv an der Fertigstellung gearbeitet. Bis Sommer 2025 soll das Projekt abgeschlossen sein. Dann wird die VR-Führung Besuchern eine einmalige Möglichkeit bieten, die deutsche Teilung auf eine Art zu erleben, die unvergesslich und tief berührend ist.

„Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn wir Technologie und Geschichte zusammenbringen“, fasst Landrat Bär zusammen. Mit der VR-Führung im Museum wird nicht nur Geschichte bewahrt, sondern auch erlebbar gemacht – ein Meilenstein für das Museum und ein bedeutender Beitrag zur Vermittlung des deutschen Kulturerbes.