Deutscher Lesepreis Schönwalder Schule bundesweit vorne

Der Lese- und Hör-Club der Schönwalder Grundschule ist ein Baustein für die Nominierung. Unser Bild entstand bei der Eröffnung des Clubs und zeigt (von links) Schulleiterin Simone Reitmeier, Schüler Felix Rauch und den Vorsitzenden des Fördervereins Jochen Gassenmeyer. Foto: /Grundschule

Die Grundschule ist für den Deutschen Lesepreis nominiert. Gepunktet haben Schüler und Lehrer mit ihrem außergewöhnlichen Engagement.

Schönwald - Es ist ein Erfolg, den sich nicht nur das Lehrerkollegium der Grundschule Schönwald auf die Fahnen schreiben kann, sondern eben und gerade auch die Schülerinnen und Schüler. Mit ihrem enormen Fleiß beim Lesen haben alle gemeinsam etwas ganz Besonderes geschafft: Die Grundschule Schönwald ist für den Deutschen Lesepreis 2021 nominiert.

Wie es in einer Mitteilung des Lesepreises – einer Initiative von Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung – heißt, ist die Schule in der Kategorie „Herausragende Sprach- und Leseförderung an Schulen“ nominiert. Und das vor allem wegen des Aufbaus eines Lese- und Hörclubs und mehreren nachhaltigen Leseprojekten: „Das langjährige Engagement der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und der Schulfamilie im Bereich Leseförderung und Lesemotivation zeigt nachhaltig Wirkung“, heißt es in der Mitteilung.

50 Projekte

Die gesamte Liste des Deutschen Lesepreises umfasst 50 Projekte und Personen in fünf Kategorien. Im Bereich „Herausragende Sprach- und Leseförderung an Schulen“ sind es insgesamt nur zehn Schulen, die für den Preis infrage kommen. Damit rangiert die Schönwalder Schule in der bundesweiten Spitze.

Für Schulleiterin Simone Reitmeier ist schon die Nominierung eine tolle Sache. „Dass wir in diesem Wettbewerb ganz vorne sind, macht uns alle schon ein bisschen stolz“, sagt sie. Immerhin haben sich mehr als 400 Einrichtungen, Projekte und auch Privatpersonen beworben.

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren das weite Feld ,Lesen’ als profilbildendes Thema ausgewählt“, sagt sie. In jedem dieser Schuljahre habe es ein ganz spezielles Motto rund ums Lesen gegeben, so etwa „Lesen ist Kino im Kopf“ oder auch „Ein Meer voller Bücher“. Dazu hätten in allen Jahren verschiedene Aktionen stattgefunden. „Wir haben prominente Vorleser in die Schule eingeladen, haben natürlich am ,Tag des Lesens’ teilgenommen und und mehrere Lesekinos organisiert sowie Sponsoren für ein Lese-Rennen der Klassen gewonnen.“

Lesen bringt Gewinn

Und dabei haben sich die Schülerinnen und Schüler finanzielle Unterstützung „er-lesen“. Denn für jedes Buch, das sie gelesen haben, gaben die Sponsoren aus der Region – die Firmen BHS Tabletop, Sparkasse Schönwald, Rausch & Pausch und Bexo, aber auch die Stiftung „Junges Fichtelgebirge“ – einen Euro. Dazu kamen noch Spenden, etwa vom Lions Club „Selb an der Porzellanstraße“. Unter dem Strich sind über die Jahre fast 10 000 Euro zusammengekommen, die wiederum den Grundschülern zugutekommen. „Wir haben damit nämlich unseren Lese- und Hör-Club geschaffen“, sagt Simone Reitmeier. Dieser Club ist in einem früheren und selten genutzten Lehrmittelraum eingerichtet. Bücher, Hörbücher und sogenannte Hörbars, aber auch gemütliche Sitze und Loungekissen wurden für das Geld angeschafft, damit die Kinder in entspannter Atmosphäre lesen oder Hörbücher hören können. „Den finanziellen Löwenanteil haben die Kinder mit dem Lesen beigetragen.“

Partner Bücherei

Daneben kooperiert die Grundschule mit der Stadtbücherei, die im gleichen Gebäude untergebracht ist. „Die Bücherei öffnet jeden Mittwochvormittag ihre Pforten für die Schüler, die gerne schmökern.“

Während die einen sich also austoben, genießen die anderen ihre „Stille Pause“ in der Bücherei. Die Kinde können dabei auch Bücher ausleihen und zu Hause lesen. Die Mädchen und Jungen dürfen auch Wünsche äußern und Bücher bestellen, die sie etwa für den Unterricht brauchen.

Sobald der Wlan-Anschluss im Schulgebäude steht, möchte Reitmeier noch ein Tablet für den Lese- und Hör-Club sowie einen Scanner für die Ausleihe anschaffen, damit die Grundschüler sich auch in Recherche in Sachen Lesestoff üben können. Mit all diesen Aktionen will die Schule die Lesebereitschaft fördern und die Mädchen und Jungen motivieren, zum Buch zu greifen. Und auch der sichere Umgang mit modernen Medien ist ein Ziel. „Wir sehen die Förderung der Lesequalifikation als sehr wichtig an.“

Simone Reitmeier und ihr Team hoffen nun, dass sie auch unter den Preisträgern sein werden. Die Bekanntgabe wird am 3. November sein. Insgesamt ist der Deutsche Lesepreis mit 25 000 Euro für alle Kategorien dotiert.

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