Drei Monate nach Flut Mann aus Seßlach weiter vermisst

Mitglieder der Feuerwehr stehen in der Höllentalklamm bereit, um im Notfall Opfer aus dem Fluss Hammersbach zu bergen. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild/dpa

Regengüsse ohne Ende - und plötzlich eine Flutwelle: Wassermassen rissen im August an der berühmten Höllentalklamm nahe der Zugspitze eine junge Frau aus Lichtenfels in den Tod. Auch ihr Partner aus Seßlach im Landkreis Coburg wurde weggespült. Was geschah seitdem?

Grainau (dpa/lby) - Ein Vierteljahr nach dem tödlichen Flut-Unglück an der Höllentalklamm am Fuß der Zugspitze fehlt von einem vermissten Mann noch immer jede Spur. Eine Flutwelle hatte am 16. August eine 33 Jahre alte Frau aus Lichtenfels in den Tod gerissen. Nicht gefunden wurde bis heute ihr 34 Jahre alter Lebenspartner aus Seßlach im Landkreis Coburg.

Kürzlich sei noch einmal einen Tag lang intensiv gesucht worden, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. Auch Canyoning-Experten seien erneut in der Schlucht gewesen, um in Gumpen nach dem Mann zu suchen. "Aber wir haben ihn nicht gefunden." Man sei im ständigen Kontakt mit den Angehörigen. Es sei klar, dass es für den Mann keine Überlebenschance mehr gebe.

Die Brücke oberhalb der Schlucht ist inzwischen neu aufgebaut - an einer Stelle etwas weiter oben im Gelände und höher über dem Wasser. Das soll bei künftigen Hochwassern mehr Schutz bieten.

Mit dem Klimawandel sei mit einer Zunahme von derartigen Unwettern zu rechnen, sagte der Grainauer Bürgermeister, Stephan Märkl (CSU) - die Gemeinde ist nicht für die Brücke zuständig. Einen vollkommenen Schutz könne es nicht geben, betonte Märkl. "Es ist freie Natur. Es ist Hochgebirge." Es gehe hier um Eigenverantwortlichkeit.

Jahrzehnte lang sei in der Schlucht nichts passiert, zumindest gab es keine schweren Unfälle, sagte Märkl. Im vergangenen Jahr war zwar eine heftige Sturzflut durch die Klamm gerollt und hatte Brücken und Wege schwer beschädigt - doch das Wasser kam spät abends, niemand war mehr unterwegs.

Im August waren nach dem Unglück acht Menschen weitgehend unverletzt aus der Klamm gerettet worden. Sie waren teils von den Wassermassen eingeschlossen worden.

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