Deutschland Posten-Streit in KZ-Gedenkstätte: Stelle neu ausgeschrieben

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, spricht. Foto: Nicolas Armer/dpa Pool/dpa/Archivbild/dpa

Dachau (dpa/lby) - Nach einem Streit um die Nachbesetzung einer wichtigen Leitungsstelle an der KZ-Gedenkstätte Dachau gibt es nun eine Neuausschreibung. In Abstimmung mit dem Kultusministerium sei beabsichtigt, die Leitung der pädagogischen Abteilung neu auszuschreiben, teilte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten am Freitag mit.

Dachau (dpa/lby) - Nach einem Streit um die Nachbesetzung einer wichtigen Leitungsstelle an der KZ-Gedenkstätte Dachau gibt es nun eine Neuausschreibung. In Abstimmung mit dem Kultusministerium sei beabsichtigt, die Leitung der pädagogischen Abteilung neu auszuschreiben, teilte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten am Freitag mit. Die KZ-Gedenkstätte Dachau sei der wichtigste Ort der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen in Bayern. Die pädagogische Vermittlungsarbeit dort habe hohe Bedeutung.

"Wir werden jetzt mit den Verantwortlichen in der Gedenkstätte im Sinne einer kollegialen und sachorientierten Zusammenarbeit in den Dialog treten und beabsichtigen, die Ausschreibung neu aufzusetzen", sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. Er wollte ursprünglich seine Büroleiterin Erika Tesar - eine Nachfahrin von Holocaust-Opfern - zur Chefin der Bildungsabteilung in der Gedenkstätte machen. Dagegen gab es Protest unter anderem vom Personalrat. Dieser hatte eine Neuausschreibung gefordert.

Der Stiftungsratsvorsitzende, Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), begrüßte die Neuausschreibung. "Damit wird die Chance eröffnet, die wichtige pädagogische Vermittlungsarbeit der Gedenkstätte positiv weiterzuentwickeln."

Freller sagte weiter, das nun beschlossene Vorgehen entspreche auch dem Wunsch des ehemaligen Dachau-Häftlings Abba Naor. Der 92-Jährige hatte sich am Mittwoch zu Wort gemeldet und verlangt, dass das Ansehen der Gedenkstätte nicht weiter durch scharfe Töne gefährdet werden solle. Auch Freller selbst hatte zuletzt gemahnt, die Frage im Dialog zu lösen, um dem Ruf Dachaus nicht zu schaden.

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