Deutschland Virologe: Masken-Regelung in Bayern wohl weltweit einmalig

Jonas Schmidt-Chanasit, Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild/dpa

In Bayern muss ab der kommenden Woche in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maske getragen werden - eine solche Maßnahme ist dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit zufolge sehr wahrscheinlich bisher einmalig auf der Welt. "Prinzipiell finde ich die Idee gut", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Berlin - In Bayern muss ab der kommenden Woche in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maske getragen werden - eine solche Maßnahme ist dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit zufolge sehr wahrscheinlich bisher einmalig auf der Welt. "Prinzipiell finde ich die Idee gut", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es müssten aber zwingend Angebote damit verbunden sein: zum einen der kostenlose Zugang zu solchen medizinischen Masken, zum anderen Anleitungen zur richtigen Benutzung. "Ohne solche Angebote sehe ich das kritisch."

Auch eine FFP2-Maske schütze nur, wenn sie korrekt angelegt und verwendet werde, betonte Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Sie müsse dicht abschließen, die Außenfläche dürfe auch beim Ablegen nicht berührt werden. Korrekt verwendet biete eine solche Maske anders als die einfachen Einweg- und Baumwollmasken viel Eigenschutz. "Ich kann mich selbst schützen und bin weniger darauf angewiesen, dass die Menschen in meiner Umgebung sich richtig verhalten."

Trage man eine FFP2-Maske, sei es für einen selbst weniger riskant, wenn andere Menschen im Raum nur einen Schal oder einen falsch angelegten Mund-Nasen-Schutz trügen. Kaum beurteilen lasse sich allerdings, wie viel weniger Infektionen es etwa in einem Bus geben würde, trügen die Menschen darin alle korrekt angelegte FFP2-Masken anstelle korrekt angelegter einfacher Einwegmasken. "Das ist spekulativ, dazu gibt es keine Daten."

FFP2-Masken böten einen nachweislich besseren Eigenschutz als die einfache chirurgische Mund-Nasen-Bedeckung, erklärte auch Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Zudem scheine die Bandbreite bei der Qualität einfacher Mund-Nasen-Bedeckungen sehr variabel zu sein - und die Art, diese zu tragen, oft nicht adäquat. "Bei FFP2-Masken scheinen diese beiden Schwierigkeiten nicht so ausgeprägt, so dass auch deswegen eine bessere Wirksamkeit zu erwarten ist."

Auch Krause betonte dabei: "Eine ausreichende und gerechte Verfügbarkeit für jeden Menschen erscheint mir eine wesentliche Bedingung für diese Maßnahme."

 

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