Dominanz "verlängerter Werkbänke" im Osten
Aber Hiobsbotschaften bleiben hängen. Zalando wurde 2012 in Erfurt, Intel 2022 als großes Versprechen angekündigt. Kommunen gehen in Vorleistung mit Fördergeldern und Infrastruktur, während in fernen Konzernzentralen Entscheidungen getroffen werden.
Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in Dresden nennt in einer Analyse strukturelle Defizite im Osten: vor allem das Fehlen von großen eigenständigen Unternehmen, die Dominanz sogenannter verlängerter Werkbänke und häufig auf regionale Märkte ausgerichtete Produktionszweige.
Angesichts der schwierigen Lage warnten Arbeitgeber und Gewerkschaften der ostdeutschen Chemiebranche im Dezember vor einem regelrechten Abbau Ost und dem Verlust von bis zu 63.000 Arbeitsplätzen. Für die Ostdeutschen dürften die jüngsten wirtschaftlichen Rückschläge keine guten Erinnerungen an bisherige Transformationserfahrungen hervorrufen.