Die Politik versagt – wir auch Warum Bio? Gibt doch Pestizide

Wenn’s die Politik mal wieder nicht gebacken bekommt – dann scheint das uns ziemlich egal zu sein. Sogar, wenn’s unser aller Leben betrifft.

Warum graben wir uns selbst das Wasser ab? Foto:  

Warum eigentlich gehen wir so sorglos mit unseren Nahrungsmitteln um? Warum stopfen sich viele von uns bedenkenlos Fastfood rein oder mit Pestiziden verseuchte Lebensmittel? Und, vor allem, warum lassen wir eigentlich zu, dass die Politik in diesem wichtigen Sektor so ziemlich versagt? Sechs Jahre nach dem erfolgreichsten Volksbegehren in der bayerischen Geschichte - „Rettet die Bienen“ - droht nämlich ein Scheitern bei der Umsetzung gesetzlich festgelegter Ziele. Ein Scheitern mit Ansage: „Das Zwischenziel, 20 Prozent Biolandwirtschaft bis Ende 2025, wird mit Sicherheit verfehlt“, erklärte in dieser Woche die Beauftragte des genannten Volksbegehrens, die bayerische ÖDP-Landeschefin Agnes Becker. Wohlgemerkt, ein gesetzlich festgelegtes Ziel.

Nach der Werbung weiterlesen

Laut einem aktuellen Monitoring-Bericht gab es beim Ökolandbau im Vergleich zum Vorjahr kaum noch einen Zuwachs – ein Jahr davor lag dieser immerhin noch bei stattlichen 13,77 Prozent. Das Schärfste: Auf staatlichen Flächen sei der Ökolandbauanteil sogar gesunken, sagt Becker. Ein Großteil der Pachtflächen werde nach wie vor nicht ökologisch bewirtschaftet. Tja, wenn es der Freistaat selbst vormacht…

Dabei belegen Studien, dass in Bio-Lebensmitteln deutliche bessere Werte bei wertvollen Inhaltsstoffen vorliegen und weniger Schadstoffe enthalten sind.

Außerdem hat erst eine neue Studie des Forschungsinstituts für biologische Landwirtschaft bestätigt: Biolandbau wirkt sich deutlich positiver auf Boden, Wasser, Biodiversität und Klima aus als die konventionelle Landwirtschaft. Wenn das alles nicht Grund genug sein sollte, mehr Druck zu machen...

Die bayerische Staatsregierung selbst hat beschlossen, den Pestizideinsatz im Freistaat bis zum Jahr 2028 zu halbieren. Und ist derzeit davon meilenweit entfernt. Wir alle sollten dafür sorgen, dass hier mehr geschieht. In unserem ureigensten Interesse.