Einerseits könne so ein Vertrauensverhältnis entstehen, weil die Stadtoberhäupter als Ansprechpersonen fungierten. Doch sei das Amt andererseits oft auch mit einer enormen Erwartungshaltung und einer Arbeitsbelastung jenseits des klassischen nine-to-five-Alltags verbunden, die auch die Familien der Amtsträger zu spüren bekämen.
Können Oberbürgermeister auch wieder abgewählt werden?
Oft kommt das nicht vor, aber klar, das ist möglich - und hat sich 2022 in Frankfurt gezeigt. Damals war Amtsinhaber Peter Feldmann in einem für Frankfurt beispiellosen Verfahren per Bürgerentscheid abgewählt worden. Der einstige SPD-Politiker hatte wegen der Affäre um die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und diverser Ausrutscher das Vertrauen verspielt.
Fast 20 Jahre (2003) zuvor wurde die frühere Oberbürgermeisterin von Hanau, Margret Härtel (CDU), aus dem Amt gewählt. In dem Fall ging es um die Abrechnung privater Ausgaben über die Stadt und um den privaten Gebrauch eines Dienstwagens.
Gibt es ein Erfolgsrezept für das Amt?
Kommunikationsfähigkeit, Entscheidungsfreude, Empathie und ein Verständnis für unterschiedliche Interessengruppen - diese Eigenschaften sind für das Amt von großem Vorteil, wie Süß sagt. "Als Oberbürgermeister sollte man fähig sein, eine Kerb zu eröffnen, aber man sollte gleichzeitig auch mit Akteuren der Wirtschaft agieren und die Sprache der Leute sprechen können."