Rehau - Was ist Satire, was Meinungsfreiheit? Was darf man in der Öffentlichkeit sagen oder schreiben? Diskussionen um diese Fragen gibt es nicht erst seit Jan Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht. Jetzt hat eine solche Kontroverse auch die Stadt Rehau eingeholt. Ziel der Kritik ist das Rehauer Amtsblatt, der „REHport“, der an sich das Leben in der Stadt abbildet, als Bekanntmachungsportal dient und aus dem die Rehauer einige Termine erfahren. Ulrich Scharfenberg (SPD) lenkte den Fokus am Ende der Stadtratssitzung auf einen Inhalt, den die Rehauer seit vielen Jahren gewohnt sind: „Bötschs Kolumne“ von Wolfgang Bötsch. Scharfenberg zitierte aus den Kolumnen der Amtsblätter von Mai und Juni dieses Jahres. Scharfenberg zitierte einige Passagen, die sich da folgendermaßen lesen: „So ganz lassen sich meine Vorbehalte gegenüber unfreundlichen Frauen und der Weiblichkeit im Allgemeinen nämlich nicht ausräumen. Das liegt vermutlich daran, dass ich prinzipiell niemandem traue, der fünf Tage blutet, ohne zu sterben“ oder: „Auf solche Ideen (Anm.: das dritte Geschlecht im Duden) kommt man, wenn man sonst keine Probleme hat, seine Fantasiereserven nicht vollständig ausgeschöpft oder Bauschutt geraucht hat.“ Im Ratssaal zeigten einige Ratsmitglieder angesichts dieser Zitate betretene Gesichter, aber auch vereinzeltes Lachen war zu sehen.