Diskussion im Stadtrat Bekommt Schönwald einen Jugendtreff?

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Michael Miedl vom Bürgerverein hat dem Stadtrat dazu ein Konzept vorgestellt. Für ihn ist ein leer stehendes Haus in der Bauvereinstraßen ein passender Standort.

Wo sollen die Jugendlichen in Schönwald hin, wenn es im Herbst und Winter zu kalt wird für den Jugendcontainer? Einer, der sich darüber schon viele Gedanken gemacht hat und in einer Erdgeschoß-Wohnung im Haus Bauvereinstraße 18 einen möglichen Standort für einen Jugendtreff sieht, ist Michael Miedl, der Vorsitzende des Bürgervereins Schönwald. In der jüngsten Stadtratssitzung stellte er sein Konzept zur Diskussion.

Niederschwelliges Angebot

Zunächst wies Miedl darauf hin, dass es für Kommunen eine Pflichtaufgabe sei, Jugendlichen zumindest ein „niederschwelliges Angebot“ zu machen; ein Angebot also, das laut Definition von den Nutzern nur geringen Aufwand zu seiner Inanspruchnahme erfordert. „Warum also nicht das Experiment angehen, einen Jugendtreff in der Bauvereinstraße 18 mit wenigen Mitteln einzurichten, solange es noch keine anderen Pläne für das Haus gibt?“, fragte er die Stadträtinnen und Stadträte.

Um sich zu informieren, wie ein Jugendtreff aussehen kann, hatte sich Miedl in mehreren Einrichtungen, in denen ausnahmslos striktes Alkoholverbot herrscht, umgesehen: in Selb-Vorwerk (Miedl: „Ein Luxus, mit zwei festangestellten Mitarbeitern und voller Unterstützung der Stadt.“), in Marktleuthen und Kirchenlamitz sowie im Landkreis Hof in Regnitzlosau und Selbitz. Diese Einrichtungen hätten, berichtete er, meist zweimal in der Woche geöffnet. „Manche wie der Jugendtreff in Markleuthen, wo sich auch die Bürgermeisterin persönlich engagiert, sind sehr gut besucht, andere weniger – je nachdem, wie die Stadt hinter der Einrichtung steht.“

Schon zwei Betreuer

Das Wichtigste dabei seien die Mitarbeiter, stellte der Bürgervereinsvorsitzende klar. Sein Konzept sieht hier vor, den Jugendtreff mit auf ehrenamtlicher Basis zu führen. Und hier hatte Michael Miedl bereits eine gute Nachricht: „Es haben sich schon zwei Betreuer bereit erklärt, die vom Fach oder entsprechend ausgebildet sind und ehrenamtlich mitarbeiten wollen.“ Natürlich müssten aber noch weitere Personen gefunden werden. Auch sei die Stadt gefordert, die Versorgung mit Strom, Wasser, Gas und Internet sicherzustellen. „Und die Einrichtung der Räume sollte ein Leichtes sein, wenn man sieht, was wir in Schönwald für die Flüchtlinge auf die Beine gestellt haben.“

Da dennoch Kosten anfallen würden, hat sich Miedl auch schon nach möglichen Fördertöpfen erkundigt und nannte dem Stadtrat die Adalbert-Raps-Stiftung, die in Oberfranken soziale Projekte fördert, das Leader-Programm des Landkreises Wunsiedel und die Förderung der kommunalen Jugendarbeit. Auch müsse man sich natürlich um Spenden bemühen. „Von selbst wird nichts“, schloss Miedl und sagte: „Es sollte der Stadt wichtig sein, den Jugendlichen im Winterhalbjahr etwas zu bieten.“ Die laufenden Kosten einer solchen Einrichtung müssten noch kalkuliert werden.

Bislang keine Alternative

Alternativen zum Haus Bauvereinstraße 18 habe er nicht im Blick, antwortete Miedl auf eine entsprechende Frage von Andrea Veit (CSU). Das Haus sei gut geeignet, da es leer stehe und somit keine Nachbarn gestört würden; außerdem gebe es einen großen Garten.

„Die Idee ist gut“, befand Markus Korlek (SPD), aber er sei der Meinung, dass man erst die Dinge am Jugendcontainer verbessern sollte, „damit dort noch mehr Jugendliche dazukommen. Das ist noch eine Baustelle, die noch Geld kostet.“

Auch Ursula Tuscher (CSU) sah in der Idee Potenzial; sie gab jedoch zu bedenken, dass es in Schönwald doch Angebote für Jugendliche gebe: „Die Stadt unterstützt ja die Jugendarbeit in den Vereinen.“ Auch zweifelt sie, dass die Bauvereinstraße 18 für einen Jugendtreff geeignet wäre. „Das Haus ist in einem Zustand, dass man viel zu viel hineininvestieren müsste.“ Und das für die kurze Zeit, in der es genutzt werden würde.

Bürgermeister Klaus Jaschke wollte das Vorhaben in der Sitzung nicht ganz ablehnen. Er dankte Michael Miedl für seine Bemühungen und Ausführungen und sagte zu, die Verwaltung werde an dem Thema arbeiten. „Wir werden sehen, ob wir bis Herbst eine Lösung finden.“

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