Australien macht es vor: Angesichts einer heftigen neuen Corona-Welle bietet das Land im Südpazifik ab sofort allen Bürgern über 30 eine vierte Corona-Impfung.
Die Omikron-Variante des Coronavirus ist auch in Deutschland weit verbreitet. Experten empfehlen deshalb eine zweite Booster-Auffrischung. Für einige Gruppen gibt es sie bereits. Doch wann kommt die vierte Impfung gegen Covid-19 für alle?
Australien macht es vor: Angesichts einer heftigen neuen Corona-Welle bietet das Land im Südpazifik ab sofort allen Bürgern über 30 eine vierte Corona-Impfung.
Nach der Werbung weiterlesen
Empfohlen werde die vierte Impfung ab einem Alter von 50 Jahren, jedoch stehe sie auf Wunsch bereits jedem über 30 zur Verfügung, erklärte das australische Gesundheitsministerium. Die Regierung folgt damit einer Empfehlung der nationalen Impfkommission.
Wie sieht es in Deutschland mit der 4. Corona-Impfung – also mit der zweiten Booster-Auffrischung aus? Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin sieht angesichts einer guten Schutzwirkung von Corona-Auffrischimpfungen gegen schwere Verläufe auch in Omikron-Zeiten bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf.
Doch eine vierte Corona-Impfung für alle – Junge wie Alte, Gesunde wie Kranke – hat die die Ständige Impfkommission (Stiko) beim RKI bisher noch nicht empfohlen. Wann diese generelle Empfehlung kommt, ist derzeit offen.
Im neuen Monatsbericht zu Covid-19-Impfungen des RKI heißt es: „Neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften besteht auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten der Bedarf, Impflücken zu schließen.“
Laut RKI müssten rund 1,3 Millionen Personen im Alter ab 60 Jahren und circa 7,9 Millionen Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen. Noch gar keine Impfung erhalten hätten demnach rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60, heißt es im RKI-Bericht weiter.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt aktuell eine zweite Auffrischimpfung nur einigen Gruppen:
Menschen, die nach der ersten Auffrischungsimpfung noch einmal eine Infektion mit Covid-19 durchgemacht haben, brauchen laut Stiko keinen zweiten Booster. „Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach ersten Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikronvariante innerhalb weniger Monate abnimmt.“
Laut RKI sind in Deutschland aktuell rund 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, knapp 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, gut acht Prozent eine zweite (Stand Anfang Juli).
Nach Aussage der RKI-Experten weisen die Auffrischimpfungen insgesamt eine hohe Effektivität gegen eine Einweisung ins Krankenhaus wegen Corona auf.
Die Inzidenz der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 habe in der Omikron-Welle zwar generell abgenommen. Sie sei zuletzt in allen Altersgruppen in der ungeimpften Bevölkerung jedoch am höchsten gewesen.
Eine erneute Auffrischungsimpfung zielt vor allem darauf ab, die Wirksamkeit der Impfung zu erhalten. Das ist ausdrücklich für ältere Menschen bedeutsam, weil Über-80-Jährige einer Studie der Universität Marburg zufolge häufig mindestens drei Impfungen benötigen, um eine gute Immunantwort zu bilden. Zudem liegt die Booster-Impfung bei älteren Menschen oft schon einige Monate zurück.
Dass der Doppel-Booster den betroffenen Gruppen etwas bringt, legt eine Studie aus Israel nahe. Demnach seien zweifach Geboosterte Über-60-Jährige dreimal besser vor schweren Krankheitsverläufen geschützt, als Menschen in derselben Altersklasse, deren dritte Impfung mehr als vier Monat zurücklag. Außerdem sei der Schutz vor einer Infektion zweimal höher als bei den dreifach Geimpften.