Dreist Fahrer folgt Polizei in Rettungsgasse

Jasmin Stenzel
Die Straßen waren glatt. Das führte am Mittwoch zu einem Verkehrschaos. Foto: /Jasmin Stenzel

Die Polizei zieht Bilanz zum Chaos-Tag Mittwoch. Besonders erstaunlich war das Verhalten eines BMW-Fahrers nach einem Unfall bei Berg.

Die Schneefälle am Mittwoch haben allein im Bereich der Polizeiinspektion Hof zu insgesamt 32 Verkehrsunfällen geführt. Dabei wurden vier Personen leicht verletzt. Es entstand ein hoher Schaden, der in den sechsstelligen Bereich gehen dürfte, wie Polizei-Pressesprecher Heiko Mettke am Donnerstag mitteilte. Insgesamt 25 Verkehrsunfälle, die glücklicherweise alle nur Blechschäden zur Folge hatten, verzeichnete die Nailaer Polizeiinspektion. Die Verkehrspolizei Hof zählte auf den Autobahnen acht Verkehrsunfälle mit zwölf beteiligten Fahrzeugen. Dabei wurden fünf Menschen leicht verletzt; es entstand ein Schaden von mehr als 250 000 Euro.

Beamte der Verkehrspolizei stoppten auf der A9 bei Berg einen besonders dreisten Autofahrer. Die Verkehrsteilnehmer bei Berg hatten nach einem Unfall, wie vorgeschrieben, eine Rettungsgasse gebildet. Ein Einsatzfahrzeug war mit Blaulicht und Martinshorn in der Gasse unterwegs, als die Beamten feststellten, dass ihnen ein BMW folgte. Darin saßen nicht etwa weitere Kollegen, sondern ein 40-Jähriger aus Freising – der offensichtlich die Rettungsgasse nutzte, um schneller voranzukommen und nicht wie alle anderen im Stau stehen zu müssen.

Nach zwei Kilometern stoppten die Beamten den BMW und stellten den Freisinger zur Rede. Dieser wollte allerdings sein Fehlverhalten nicht einsehen. Nun kommen auf den Oberbayer eine Bußgeldanzeige, zwei Punkte in Flensburg, ein Monat Fahrverbot und mindestens 240 Euro Bußgeld zu.

Acht Stunden lang gesperrt

Mit ein Auslöser der vielen Unfälle im Landkreis Hof am Mittwoch war der Lkw-Unfall auf der A 9 zwischen Münchberg und Hof-West (wir berichteten) um kurz vor 8 Uhr, der starke Behinderungen und verstopften Straßen zur Folge hatte. Ralf Müller, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei Hof, erklärt: „Der rumänische Fahrer war für die Witterungsverhältnisse zu schnell unterwegs.“ Dadurch verlor er die Kontrolle über den 40-Tonner, der umkippte. Der linke und der mittlere Fahrstreifen der Südfahrbahn war blockiert, die A9 in Richtung Nürnberg musste gesperrt werden. Der Verkehr wurde umgeleitet, wodurch es auch auf den Bundesstraßen und im Hofer Stadtgebiet zu starkem Verkehrsaufkommen kam. Die Autobahn war etwa acht Stunden lang dicht. Erst in den Abendstunden entspannte sich die Lage wieder. Müller äußerte im Gespräch mit der Frankenpost sein Unverständnis über das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer: „Wir haben Winter und müssen damit rechnen, dass es schneit.“

Während des gesamten Tages wurden die Autofahrer auf eine Geduldsprobe gestellt. Liegengebliebene Lastwagen an den Steigungsstrecken sorgten immer wieder über für Staus. Durch den starken Verkehr hatte sich der Schnee vielerorts festgefahren, dadurch entstanden Eisplatten.

 

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