Dritter Sieg in Folge Wölfe feiern auch in Regensburg

, aktualisiert am 26.11.2022 - 10:10 Uhr

Vor allem im ersten Drittel legen die Selber einen starken Auftritt hin und legen den Grundstein zum dritten DEL2-Sieg in Folge.

Premiere für die Selber Wölfe: Erstmals in der DEL2 feierten sie drei Siege in Folge. Nach dem 5:1 in Bad Nauheim und dem 2:0 gegen Dresden nahmen die Waßmiller-Schützlinge am Freitagabend auch die Hürde bei den Eisbären Regensburg. Den Grundstein zum 5:3 (4:1, 1:1, 0:1)-Erfolg legten die mit breiter Brust angereisten Wölfe in einem ebenso starken wie effektiven ersten Drittel. „Ich bin sehr froh über diese drei Punkte“, sagte ein stolzer Trainer Sergej Waßmiller. „Das ist hier in Regensburg nicht einfach.“

Bei den Wölfen gab es nach langer Zeit wieder einmal ein Überangebot an Verteidigern. Neuzugang Bryce Reddick feierte sein Debüt, Kevin Lavallee kehrte nach seiner Sperre zurück, dazu stand Lucas Flade vom DEL-Kooperationspartner aus Bietigheim zur Verfügung. Waßmiller löste dieses Luxusproblem, indem er Steven Deeg in den Sturm beorderte. Dafür musste neben dem noch verletzten Richard Gelke auch der junge Deutsch-Tscheche Martin Hlozek pausieren. Die Eisbären Regensburg mussten kurzfristig auf den erkrankten DEL2-Topscorer Corey Trivino verzichten.

Beide Mannschaften begannen eher verhalten, bis auf einige harmlose Schüsse hatten die beiden Torhüter Williams (Eisbären) und Bitzer (Wölfe) zunächst wenig Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Nach acht Minuten nahm das Oberpfalz-Oberfranken-Derby aber Fahrt auf. Zunächst war Bitzer nach zur Stelle, im Gegenzug hielt Williams den Schuss von Kruminsch – aber nicht gut genug. Den Abpraller schob Naumann zur Selber Führung knapp über die Linie. Oder doch nicht? Die Schiedsrichter mussten den Videobeweis zur Hilfe nehmen – und entschieden auf Tor. Die gut 450 mitgereisten Selber Fans hatten aber noch nicht ausgejubelt, da gelang Regensburg durch Ontl schon der Ausgleich. Gerade einmal elf Sekunden lagen zwischen den beiden Treffern.

Wenig später entluden sich die Emotionen in einem sonst sehr fairen Derby kurz bei einem kleinen Fight zwischen Hammerbauer und dem Regensburger Matus, den der Selber Stürmer für sich entschied. Die Wölfe waren nun aber nicht nur in Kampf-, sondern auch in Spiellaune – und münzten die auch in Tore um. Zunächst war es Deeg, der etwas glücklich für die erneute Führung sorgte. Sein Nachschuss landete am Innenpfosten, erst dann von Eisbär Bühlers Schlittschuhen im Tor (11.). Vier Minuten später – Selb war in Unterzahl – ließ Miglio bei einem Konter den Regensburger Gulda stehen und tunnelte Torwart Williams im zweiten Versuch. Und schließlich erhöhte Trska, der schon an den Treffern zwei und drei mit Assists beteiligt war, kurz vor der ersten Pause im Nachschuss sogar noch auf 4:1 für die Wölfe. Die Regensburger – und vor allem Torwart Williams – wussten wohl nicht so recht, wie ihnen geschah in diesen ersten 20 Minuten.

Ein „sehr starkes erstes Drittel“ bescheinigte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch den Selbern im SpradeTV-Pauseninterview. „Sie spielen sehr aggressiv am Mann, schnell nach vorne und setzen immer nach. Sie erarbeiten sich die Tore“, lobte Rudorisch. Regensburg kam aber stärker aus der Kabine, arbeitete am Anschlusstreffer. Und der fiel nach 27 Minuten. Bitzer war bei Schmids noch abgefälschtem Schuss machtlos. Selb versuchte zwar, wieder selbst Akzente zu setzen, gefährlicher blieben die Eisbären, die mächtig drückten, aber ein ums andere Mal an Bitzer scheiterten. 79 Sekunden vor der zweiten Pause wagten sich die Wölfe wieder einmal kontrolliert nach vorne – und bauten ihre Führung durch McNeill, der den Angriff selbst einleitete und den Puck dann im Slot über die Linie stocherte, prompt auf 5:2 aus. Auch dieser Treffer zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt hielt dem Videobeweis stand.

Die Regensburger Lebensgeister waren im Schlussdrittel aber schnell wieder geweckt. Schon nach 66 Sekunden traf Ontl zum 3:5 aus Sicht der Eisbären, die in der Folge alles versuchten, sich aber immer wieder in der aufmerksamen Wölfe-Defensive festliefen oder in Bitzer ihren Meister fanden.

Eisbären Regensburg: Williams (Berger) – Bühler, Gulda, Weber, Tippmann, Schiller, Demetz, Heider – Divis, Gajovsky, Piipponen, T. Schwamberger, Keresztury, Ontl, Schembri, Schmid, Matus, Pronin, Hegner, Wagner.

Selber Wölfe: Bitzer (Weidekamp) – Trska, Lavallee, Reddick, Kania, Flade, Fern, Silbermann – Miglio, Kruminsch, Naumann, D. Schwamberger, Vantuch, McNeel, Melnikow, Hammerbauer, Deeg, Klughardt, Noack, Woltmann.

Schiedsrichter: Sicorschi/Becker. – Zuschauer: 3765. – Tore: 8. Min. Naumann (Miglio, Kruminsch) 0:1, 8. Min. Ontl (T. Schwamberger) 1:1, 11. Min. Deeg (Trska, Woltmann) 1:2, 15. Min. Miglio (Trska, Bitzer; 4-5) 1:3, 19. Min. Trksa (Vantuch, Kruminsch) 1:4, 27. Min. Schmid (Schembri, Schiller) 2:4, 38. Min. McNeill (Trska) 2:5, 42. Min. Ontl (Schmid, Weber) 3:5). – Strafminuten: Regensburg 4, Selb 10.

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Am Sonntag (17 Uhr) gastieren die Lausitzer Füchse in Selb.

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