Drogenprozess Zwei Dealer müssen in Knast

In Bamberg wurden jetzt zwei Drogendealer verurteilt, die lukrative Geschäfte über das Internet abwickelten. Foto: dpa/Paul Zinken

Das Geschäft mit zum Teil selbst produzierten Drogen über das Internet blühte. Dafür müssen ein Südafrikaner und ein Niederländer ins Gefängnis. Die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg wurde fündig.

Mit hohen Freiheitsstrafen ist vor dem Landgericht Bamberg der Prozess gegen zwei 46-jährige Männer zu Ende gegangen, die ab 2019 im Internet einen schwunghaften Handel mit Drogen aller Art betrieben hatten. Nach Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) waren sie 2022 festgenommen worden (wir berichteten). In diesen zweieinhalb Jahren haben sie nach Berechnungen der Ermittler mindestens rund 900 000 Euro mit dem Verkauf von Drogen in alle Welt erzielt.

Dafür bekamen der in Südafrika geborene Julian F. und der Niederländer Dennis R. nun Freiheitsstrafen von jeweils sieben Jahren und zwei Monaten. Sie wären wohl noch wesentlich höher ausgefallen, wenn sie nicht beide ein umfassendes Geständnis abgelegt hätten. Da alle beide nach der Einschätzung eines Gutachters selbst abhängig sind und ein drogenbedingter Hang zu Straftaten nicht ausgeschlossen werden kann, verfügte das Gericht die Einweisung in eine geschlossene Entziehungsanstalt.

Die Drogen – vornehmlich Aufputschmittel – hatten beide zu Teil selbst in Laboren in den Niederlanden hergestellt. Sie hatten nach Einschätzung der Ermittler durchweg einen weit überdurchschnittlichen Wirkstoffgehalt. Die Kunden konnten sie zunächst im Darknet im Shop mit dem Namen „DutchQualityDrugs“ ordern. Später wurden sie so mutig, dass sie ihre Drogen sogar im öffentlich zugänglichen Teil des Internets feilboten. Eigene Vertriebsagenten hatten sie für Südafrika und Sri Lanka. Die Fahnder gehen von über 2000 Bestellungen aus, die die Angeklagten in 61 Länder auf den Weg brachten. Fast 800 Lieferungen gingen nach Deutschland, mindestens 217 an Kunden in Bayern. Bezahlt wurde in Kryptowährungen wie Bitcoin.

Als Polizisten vor genau einem Jahr die Berliner Wohnung von Julian F. stürmten, bewahrte der dort über 25 Kilo an Aufputschmitteln und Tausende von LSD-Trips auf. Die möblierte Wohnung im Szene-Viertel Friedrichshain nutzte der Tontechniker offenbar als Versandstützpunkt. Über ein großes Warenlager verfügte auch Dennis R., der am 19. April 2022 in seiner Wohnung in Holland festgenommen wurde. In den Wochen zuvor hatte er mindestens noch zweimal Packstationen der DHL in Deutschland genutzt, um Drogensendungen auf den Weg zu bringen.

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