Dieses Teleskop der Europäischen Weltraumorganisation Esa wurde zur genauen Vermessung der Expansion des Universums entwickelt.
Cluster mit bis zu 1000 Einzelgalaxien
In 300 Millionen Lichtjahren Entfernung entdeckten die Astronomen vier Kugelsternhaufen, die auffällig dicht zusammenstanden und sich gemeinsam bewegten. Um diese Sternhaufen herum war eine schwach leuchtende Zone zu erkennen.
Diese zeigte sich auch in den Euclid-Daten. „Sie bestätigen eindeutig die Präsenz von extrem schwachem, diffusem Licht und enthüllen so erstmals die Galaxie hinter diesen Kugelsternhaufen“, berichtet Koautorin Francine Marleau von der Universität Innsbruck.
„Galaxie mit extremsten Verhältnissen“
Weitere Analysen offenbarten, dass die Candidate Dark Galaxy-2 (CDG-2) außerhalb dieser vier Kugelsternhaufen kaum Gas und Sterne enthält. „CDG-2 könnte die Galaxie mit dem bisher extremsten Verhältnis von Kugelsternhaufen zu Sternenmasse sein“, schließen die Astronomen daraus.
Die Sternhaufen machen mehr als 16 Prozent der Helligkeit und 15 Prozent der stellaren Masse dieser ultradiffusen Galaxie aus. Zwar wurden auch zuvor schon ultradiffuse Galaxien mit dominierenden Kugelsternhaufen entdeckt, diese waren jedoch insgesamt deutlich heller und sternreicher.
Zu 99,99 Prozent aus Dunkler Materie
Noch extremer ist der Anteil Dunkler Materie. Folgt diese Galaxie denselben Gesetzmäßigkeiten wie andere, dann müsste sie zu mehr als 99,99 Prozent aus Dunkler Materie bestehen. Das wäre ein neuer Rekord. Selbst nach konservativen Schätzungen läge der Dunkle-Materie-Anteil noch immer bei 99,94 bis 99,98 Prozent.
„CDG-2 könnte die am stärksten von Dunkler Materie dominierte Galaxie sein, die jemals entdeckt wurde“, resümieren die Astronomen. Ihrer Ansicht nach ist CDG-2 damit eine echte „dunkle Galaxie“. Und wahrscheinlich nur der erste Vertreter einer ganzen Klasse von Galaxien, die fast nur aus Dunkler Materie bestehen.
Weiterer Kandidat im Fokus
Die Astronomen haben auch schon einen weiteren Kandidaten im Blick: die ebenfalls im Perseus-Galaxienhaufen liegende Galaxie CDG-1. Ihre vier Kugelsternhaufen sind größer und heller als bei CDG-2, dafür scheint es fast keine diffuse Strahlung in deren Umfeld zu geben.
„Das könnte darauf hindeuten, dass CDG-1 ein Zwilling von CDG-2 in einem früheren Entwicklungsstadium ist“, schreiben die Forscher.
Bei dieser Galaxie sind noch alle Sterne in den Kugelsternhaufen konzentriert, der Rest der Galaxie bestünde nur aus Dunkle Materie. „Solche Galaxien wären ideale Testobjekte, um Modelle der Dunklen Materie zu überprüfen“, erläutern die Wissenschaftler .