Dutzende Einsätze im Raum Kulmbach Schwere Gewitter halten Feuerwehren in Atem

Umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und noch vieles mehr – in der Nacht zum Montag haben Sturm und Gewitter zahlreiche Schäden im Raum Kulmbach nach sich gezogen.

Kulmbach - Ein heftiger Gewittersturm mit hohen Windgeschwindigkeiten hielt in der Nacht zum Montag die Einsatzkräfte im nordöstlichen Landkreis Kulmbach in Atem. Besonders die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren mussten eine Vielzahl umgestürzter Bäume und abgebrochener Äste beseitigen. Da in der Regel nur untergeordnete Straßen betroffen waren oder in der Nacht wenig Verkehr herrschte, kam es zu keinen nennenswerten Störungen. Zu Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs waren die meisten Hindernisse beseitigt. Im Zuständigkeitsbereich der Stadtsteinacher Polizei war besonders der Bereich um Wirsberg und Kupferberg betroffen.

Es kam aus dem Nichts und fegte kurz, aber heftig über das Kulmbacher Land. Als nicht einmal nach einer Stunde der Spuk schon wieder vorbei war, wartete jede Menge Arbeit auf mehr als 100 Feuerwehrleute aus dem Landkreis. Rund 100 Einsätze, sagt Feuerwehrsprecher Yves Wächter, hat das Unwetter in der Nacht von Sonntag auf Montag allein im Landkreis Kulmbach verursacht. Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Aber zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und blockierten Straßen oder schlugen in Stromleitungen ein. Und sogar vom Sturm erfasste Trampoline musste die Feuerwehr aus Gärten entfernen, in denen sie gelandet waren.

„Wir hatten es am Anfang mit 35 Einsätzen zu tun“, sagt Feuerwehrsprecher Yves Wächter. Gegen 0.30 Uhr haben die Alarmierungen begonnen. Die Situation habe sich schnell geändert. Immer mehr habe es für die Feuerwehrleute zu tun gegeben. „Unsere Kräfte sind oft auf Anhieb gar nicht zu dem eigentlichen Einsatzort gekommen, sondern mussten erst vorher noch andere Bäume aus dem Weg räumen.“

Das Unwetter habe sich regelrecht eine Schneise gebahnt, berichtet Wächter. Angefangen habe es in Neudrossenfeld. Kulmbach selbst sei weitgehend verschont geblieben. Aber entlang der B 303 zwischen Himmelkron und Untersteinach habe das Gewitter dafür um so mehr gewütet. Neuenmarkt, Wirsberg, Kupferberg, Guttenberg und Marktleugast seien schwer betroffen worden. In Walbergrün stürzte ein Baum in einen Verteiler, der sieben Stromleitungen speist. Ein Stromausfall sei die Folge gewesen. Die Leitung habe in der Nacht auch nicht mehr repariert werden können. Erst am Montagvormittag hatten die Betroffenen dann wieder Strom.

Nicht mit einem punktuellen Gewitter habe man es in dieser Nacht zu tun gehabt. „Das war eins, das über weite Teile des Landkreises gezogen ist und ziemlich schnell unterwegs war. Der Wetterdienst hatte Windstärken bis 120 km/h gemeldet. Dementsprechend sahen auch die Straßen aus. Selbst da, wo keine Bäume auf die Straßen gefallen waren, war es teilweise schwer, durchzukommen.“ Abgerissene Äste seien teilweise dicht an dicht auf den Fahrbahnen gelegen.

So stark hat der Wind in dieser Nacht geweht, dass gleich mehrere Trampoline sich auf „Reisen“ begaben. Von Sturmboen erfasst landeten sie in fremden Gärten. Das traf auch für Pavillon-Zelte und Gartenmöbel zu, berichtet Wächter. Seine Bitte: „Wenn es das nächste Mal eine Sturmwarnung gibt, sollte jeder daran denken, nicht nur sein Fahrzeug in Sicherheit zu bringen, seine Gartenmöbel und Spielgeräte zu sichern.

Bis 3 Uhr morgens waren die Feuerwehren beschäftigt. Aber die Ruhe dauerte nicht lang. Als gegen 5.30 Uhr der Berufsverkehr begann, standen etliche Autofahrer plötzlich vor Bäumen, die ihnen die Weiterfahrt unmöglich machten. Die Wirsberger und Kupferberger Feuerwehren hatten nur zwei Stunden Pause. Dann mussten sie am frühen Morgen schon wieder los. Mehr als 100 Kräfte hatten sich ehrenamtlich in Sturm und Regen die Nacht um die Ohren geschlagen.

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