Egerland-Jugend Tanzend und mit Tradition in die Zukunft

Peter Pirner
Am Wochenende feierte die Egerland-Jugend ihr 50. Bundestreffen und ihr 70-jähriges Bestehen in Marktredwitz. Beim offenen Tanzen und Singen am Egerland-Brunnen zeigten schon die dreijährigen Zwillinge Ella und Falk ihre Freude an der Bewegung zur Egerländer Musik. Die passende Anleitung bekamen sie von Papa Christof und Mama Mona, der Vorsitzenden der Landesführung Hessen. Foto: /Peter Pirner

Die Organisation feiert ihr 50. Bundestreffen und ihr 70-jähriges Bestehen in Marktredwitz. Die Auftritte in Elbogen (Loket) in der Tschechischen Republik sind wegweisend.

Rund 200 Jugendliche und Erwachsene der Egerland-Jugend und der Eghalanda Gmoin aus ganz Deutschland haben ein Bilderbuch-Wochenende erlebt. Das erste große Treffen seit über zwei Jahren, der gebührende Anlass und bestes Wetter haben dazu beigetragen. Dazu kam die große Lust, wieder vor Publikum auftreten zu dürfen. Zum allerersten Mal trat außerdem eine Gruppe von Vertriebenen in ihrem alten Heimatland öffentlich auf.

Alexander Stegmaier, der Bundesführer der Egerland-Jugend, und seine Mitstreiter im Vorstand hatten ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Günther Wohlrab, der Vüarstäiha der All-Eghalanda Gmoi Rawetz, hatte dafür bereits vieles in Marktredwitz und Elbogen vorbereitet, unterstützt von Jana Motlikova, die für ihn übersetzte.

Junge Menschen halten Brauchtum hoch

Am Freitag hatte die Stadt Marktredwitz zu einem Empfang ins Egerland-Kulturhaus eingeladen. Bürgermeisterin Christina Eisa hieß die Gäste willkommen: „Seit 70 Jahren gibt es junge Menschen, die das Brauchtum und die Kultur ihrer Vorfahren hochhalten. Bitte macht weiter so und pflegt eure Freundschaften. Das sorgt für ein geeintes Europa!“ Landrat Peter Berek freute sich, dass die jungen Egerländer um ihre Geschichte wissen, Respekt haben, Traditionen pflegen und an ihre Heimat denken. Berek: „So können wir ein gemeinsames Europa erreichen.“ Volker Jobst, der Bundesvüarstäiha des Bundes der Eghalanda Gmoin, gratulierte der Egerland-Jugend zu ihrem Jubiläum. Und Alexander Stegmaier verdeutlichte das langjährige Bestehen: „In unserem Gründungsjahr 1952 wurde Elizabeth II. zur Königin proklamiert.“

Mit drei Bussen ging es am Samstag über die Grenze ins alte Kaiserstädtchen Elbogen, das auf Tschechisch Loket heißt. Bereits auf dem Weg durch die Stadt erregten die Trachten der Egerländer Aufmerksamkeit. Am Marktplatz führten die Gruppen Tänze und Gesänge in unterschiedlichen Formationen auf. Viele Menschen hörten und sahen aufmerksam zu und wollten mehr über die Egerländer erfahren.

Treffen zweier Völker

Abends fand der Volkstumsabend „Egerländer Notenbüchl“ im Kulturzentrum Dvorana statt. Bürgermeister Petr Adamec freute sich, dass die Egerländer Jugend seine Stadt für die erste grenzüberschreitende Jubiläumsfeier ausgewählt hatte: „Es ist ein gutes Zeichen, wenn sich hier zwei Völker treffen.“

Zur Veranstaltung kam eine Reihe von Ehrengästen aus deutschen und tschechischen Organisationen. „Noch vor wenigen Jahren wäre so eine Veranstaltung hier nicht denkbar gewesen“, sagte Steffen Hörtler, Landesobmann für Bayern in der Sudetendeutschen Landsmannschaft. „Das zeugt von Aussöhnung. So etwas wünsche ich mir auch für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen. Als ich jetzt auf unserem Heiligenhof in die traurigen Gesichter der Kinder und Mütter geschaut habe, erinnerte mich das an die Bilder von unseren Vertriebenen vor 75 Jahren.“

Bundesjugendführer Alexander Stegmaier fasste die Ziele der Egerland-Jugend kurz zusammen: „Wir möchten ein friedliches und geeintes Europa. Diese Jubiläumsveranstaltung soll dazu beitragen.“

Unter der musikalischen Gesamtleitung von Roland Hammerschmied aus Geretsried brachten die Bunker Blasmusik, die Egerland-Jugend aus Geretsried, Stuttgart, Offenbach und vom Landesverband Hessen, das Duo, Trio und Quartett Nürnberg viel Schwung und Rhythmus auf die Bühne. Alle Tänze, Musik und Gesang sprachen die Herzen der Besucher an, und die Darbietungen der Gruppen wurden mit viel Applaus gewürdigt. Auch die Präsentation der Kinder und Jugendlichen der Folkloregruppe Marjánek aus Marienbad wurde begeistert gefeiert.

 

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