Ehrung im Rathaussaal Stadt dankt drei engagierten Bürgern

Mit der Verdienstmedaille der Stadt Selb zeichnete Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (Mitte) den früheren Stadtrat Rudolf Kirschneck und Dagmar Franke (von links), langjährige Vorsitzende des Vereins zur Förderung grenzüberschreitender Film- und Kinokultur aus. Ein Geschenk und großer Dank gingen auch an Rudolf Pruchnow, der dem Stadtrat fünf Wahlperioden angehörte (vorne rechts). Im Hintergrund zweiter Bürgermeister Carsten Hentschel und dritter Bürgermeister Dr. Klaus von Stetten. Foto: /Florian Miedl

Verdienstmedaillen gehen an den früheren Stadtrat Rudolf Kirschneck und die ehemalige Filmtage-Chefin Dagmar Franke. Ebenfalls geehrt wird Rudolf Pruchnow, von 2002 bis 2014 dritter Bürgermeister.

Selb - Drei hochverdiente Bürger, die sich über Jahre hinweg in uneigennütziger Weise um das Wohl der Stadt Selb verdient gemacht haben, hat Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch jetzt im Rathaussaal ausgezeichnet. Er verlieh auf Beschluss des Stadtrates die Verdienstmedaille der Stadt an das frühere Stadtratsmitglied Rudolf Kirschneck und die ehemalige Organisatorin der Grenzlandfilmtage Dagmar Franke. Rudolf Pruchnow, der wie Kirschneck aus dem Stadtrat ausgeschieden ist, aber die Verdienstmedaille bereits 2020 zusammen mit seiner Frau Sibylle erhalten hatte, dankte der Oberbürgermeister mit einem Geschenk.

Auch auf diesen Festakt warf die Corona-Pandemie ihren Schatten: Nur im kleinsten Kreis und unter 2 Gplus fand sie im Rathaussaal statt. Und auch beim obligatorischen Foto nahm man nur kurz die Masken ab.

Dank und Anerkennung

Wie Pötzsch sagte, war die Ehrung bereits mehrfach verschoben worden, jetzt allerdings wolle man endlich Dank sagen. Rudolf Pruchnow und Rudolf Kirschneck haben sich nach seinen Worten über Jahre hinweg als Stadträte in praktizierter parlamentarischer Arbeit engagiert – und dies durch den direkten Kontakt zur Bevölkerung äußerst bürgernah. Den von den Bürgern erteilten Auftrag hätten sie mit besonderem Engagement erfüllt. Kirschneck gehörte dem Selber Stadtrat zwölf Jahre von 2008 bis 2020 an, Pruchnow sogar 30 Jahre von 1990 bis 2020. Außerdem war er von 2002 bis 2014 dritter Bürgermeister.

In den sechs Jahren einer Stadtratswahlperiode finden nach Pötzsch Worten etwa 80 Sitzungen mit etwa 900 Tagesordnungspunkten statt. Dazu kämen noch die Ausschüsse, in denen in etwa 400 Sitzungen nahezu 6500 Themen behandelt würden, zum Teil mit erheblicher Tragweite für die Bürgerschaft. Mit Sachverstand, Lebenserfahrung und klugem Abwägen hätten die beiden schwierige Fragen mitentschieden. „Sie haben sich des Vertrauens der Bürger, das ihnen durch die mehrmalige Wiederwahl ausgesprochen wurde, würdig erwiesen“, sagte Pötzsch. Die Verdienstmedaille verleiht der Stadtrat jenen Mitgliedern, die nach mindestens zwölfjähriger Tätigkeit zum Ende der Legislaturperiode aus dem Gremium ausscheiden. Pötzsch erwähnte auch die großen Verdienste von Rudolf und Sibylle Pruchnow, die aufgrund ihres großen sozialen Engagements bereits beim Neujahrsempfang 2020 mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet worden waren. So sprach er unter anderem die Gründung der Selber Tafel an, die das Ehepaar von 2006 bis 2018 auch geleitet hat. Da die Medaille nicht zweimal verliehen werden kann, dankte Pötzsch dem ausgeschiedenen Stadtrat mit einer Selb-Vase.

Eintrag ins Goldene Buch

Rudolf Kirschneck überreichte Pötzsch die von Dominik Voigt gestaltete Porzellanurkunde und die Verdienstmedaille und bat ihn um seinen Eintrag ins Goldene Buch, das wieder Erwin Badmüller vorbereitet hatte.

Die zweite Verdienstmedaille ging an Dagmar Franke, die 16 Jahre im Vorstand, davon zwölf Jahre als Vorsitzende, des Vereins für grenzüberschreitende Film- und Kinokultur gewirkt hat und zusammen mit ihrem Team die Grenzlandfilmtage organisierte. „Das Festival hat sich unter ihrer Leitung zu einem festen Bestandteil des oberfränkischen Kulturkalenders entwickelt und trägt den Namen der Stadt Selb grenzüberschreitend in die Welt des Films hinaus“, lobte Pötzsch.

Kraft, Zeit und Ideen

Die Grenzlandfilmtage seien ein zwar kleines, aber attraktives und vor allem internationales Festival, an dem Dagmar Franke hart gearbeitet und in das sie viel Kraft, Zeit und Ideen investiert habe. Die Filmtage sind laut Pötzsch die drittälteste Filmschau in Bayern und die älteste in Deutschland mit dem Schwerpunkt Osteuropa. Die Macher hätten fast jährlich vor neuen Herausforderungen und Ansprüchen gestanden. Pötzsch verwies auch auf das breite Spektrum der gezeigten Filme und der Zusammenarbeit mit Selber Vereinen, etwa „Zukunft Kinder“. „Gerade eine Stadt in unserer Größe kann stolz darauf sein, ein internationales Filmfestival, das von einem ortsansässigen Verein organisiert wird, zu haben.“ Bis zu 1600 Besucher pro Jahr zeigten die positive Resonanz. Auch dass das Festival bereits dreimal grenzüberschreitend in Asch stattgefunden habe, lobte der Oberbürgermeister. Dagmar Franke trug sich ebenfalls im Beisein der weiteren Selber Bürgermeister Carsten Hentschel und Dr. Klaus von Stetten sowie der Vertreter der Stadtratsfraktionen ins Goldene Buch ein und erhielt die Urkunde und die Medaille.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Igor Rattassep von der Musikschule.

Zwei weitere Ehrungen
Die Verdienstmedaille hat der Selber Stadtrat auch Heidrun Fichter und Klaus Cullmann verliehen. Die beiden ehemaligen Stadtratsmitglieder hatten sich allerdings angesichts der Pandemie-Lage entschuldigt. Ihre Ehrung soll nachgeholt werden.

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