Ein Hilferuf Auf die Zukunft kann sie nicht warten

Sandra Hüttner
Ihr Lachen ist ansteckend: Marina Kunzelmann. Foto: /Hüttner

Marina Kunzelmann, alleinerzie hende Mutter aus Selbitz, ist krank hofft auf eine neuartige Therapie. Doch die ist teuer, und die Zeit drängt.

 
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Selbitz-Hüttung - Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, kein Wölkchen trübt den kalten klaren Wintermorgen – doch manchmal huschen Schatten über das strahlende Gesicht der 45-jährigen, die Augen füllen sich mit Tränen. Dann greift sie schnell zur Tasse Kaffee und nimmt einen Schluck. „Wenn man trinkt, kann man nicht weinen“, sagt Marina Kunzelmann und lächelt wieder. Seit Januar 2019 kämpft die alleinerziehende Mutter gegen den Krebs, einen Leiomyosarkom, der von Muskelzellen ausgeht und mit üblichen Therapien schwer oder gar nicht in den Griff zu bekommen ist, der bereits Metastasen gestreut hat. Deshalb gilt Marina Kunzelmann seitens der Schulmedizin als unheilbar und als Palliativpatientin. Doch im Gespräch wird schnell klar: Ein Resignieren, Aufgeben oder ein einfaches Abwarten gibt es bei Marina Kunzelmann nicht. Sie sagt: „Wer an Wunder glaubt, wird und kann sie auch erleben.“

Der Arzt in Münchberg hat ihr mit der Diagnose gesagt, sie könne „in einem halben Jahr tot sein oder auch in zehn Jahren noch leben“. Schock. Aber nur kurzzeitig, der Kampfgeist ist erwacht, gegen den Krebs. Marina Kunzelmann liest und informiert sich, knüpft Kontakte zu Leidensgenossen und Ärzten. Zu Chemotherapie und Hyperthermie, zu Bestrahlung und Operation kommen alternative Ansätze, um Körper und Geist stark zu halten: Misteltherapie, Curcumin-Infusionen, Gaben von Hochdosis-Vitamin-C, um nur einige zu nennen. „Ich bin von Anfang an meinen eigenen Weg gegangen und habe immer wieder Bestätigung erhalten“, sagt Marina.

Drei Jahre blieb der Krebs im Großen und Ganzen stabil. Doch Mitte vergangenen Monats der niederschmetternde Befund: Der Krebs hat einen großen Wachstumsschub und viele Metastasen gestreut.

Hoffnung bietet eine Therapie mit onkolytischen Viren, die allerdings noch in den Kinderschuhen steckt, deshalb privat zu finanzieren ist und viel Geld kostet. Geld, dass die frühere Erzieherin nicht hat. Sie lebt mit ihrem Sohn von Erwerbsunfähigkeitsrente. Marina Kunzelmann unterstreicht, dass es sich um eine hoffnungsvolle Therapie handelt, eine im Kampf gegen den Krebs in der Zukunft. „Nur, ich kann nicht auf die Zukunft warten, ich brauche die Therapie jetzt“, betont die 45-jährige, die nicht nur für sich und ihr Leben, sondern auch für ein Leben mit ihrem Sohn Lucas kämpft. „Er feiert im Mai seine grüne Konfirmation. Ich will nicht nur die Konfirmation erleben, sondern auch meine Enkelkinder“, sagt Marina Kunzelmann und greift wieder zur Tasse Kaffee.

„Ich weiß, der Zeitpunkt ist der ungünstigste überhaupt, um an sich selbst zu denken und um Spenden zu bitten“, sagt sie. Ihre Gedanken kreisen. „Ich kämpfe um mein Leben, und nicht weit weg werden unzählige Leben einfach ausgelöscht. Aber ich habe keine Zeit, denn der Befund erfordert sofortiges Handeln für mich, für Lucas, fürs Leben.“ Der Griff zur Kaffeetasse.

Marina Kunzelmann kann auf ihre Mama Gertraud Frisch bauen und auf einen „wundervollen, wahnsinnig treuen Freundeskreis“. Die Freunde kämpfen mit, sie haben „gofundme“ gestartet und werben für finanzielle Unterstützung.

„Ich habe Träume, ich will leben.“ Das Lachen von Marina Kunzelmann ist ansteckend, und eben dieses Lachen bedeutet auch ihrer Mama sehr viel. Sie wohnt im Obergeschoss. „Wenn ihr Lachen zu mir hoch dringt, das macht mich glücklich.“ Es gab und gibt trotz der Krankheit viele schöne Momente. „Die Angst kommt in kleinen Wellen, schwappt einfach unerwartet hoch“, erzählt die 45-jährige und schimpft im nächsten Augenblick über die ach so schmutzigen Fenster, die noch auf dem Frühlingsputz warten. Nicht nur der Blick zu den ungeputzten Fenstern gehört zu den gewöhnlichen Momenten, sondern auch, den Wind auf der Haut zu spüren, die Wärme der Sonnenstrahlen, das Lachen mit Freunden, ein Händedruck und auch eine feste Umarmung. Doch in den schönen Momenten ihres Lebens fühlt Marina Kunzelmann immer auch den größten Schmerz und Angst. Angst, nicht genügend Zeit zu haben, um den geliebten 14-jährigen Sohn auf seinem Weg zu begleiten, sein Erwachsenwerden nicht erleben zu können.

Die Diagnose 2019 hat das Leben der kleinen Familie völlig verändert. Die geliebte Arbeit als Erzieherin musste Marina Kunzelmann aufgeben. „Das Lachen der Kinder fehlt mir.“ Ihr Hobby schenkt Ablenkung, gibt Kraft: Marina setzt ihre Kreativität ein, um schöne Dinge aus Holz zu schaffen, die meisten mit tiefgehenden Sprüchen. „Na und? Ich habe, beschlossen, glücklich zu sein“, heißt es da.

Im Sommer 2020 war die Chemotherapie, dann folgte der zweite Lockdown – ein großes schwarzes Loch. Dann ein Anruf: „Der Adventsmarkt kann stattfinden.“ Zwei Wochen hat Marina Kunzelmann „nur gewerkelt“ und festgestellt: „Da bin ich wieder! Der Tritt war einfach notwendig.“ Doch nun braucht sie finanzielle Unterstützung, um den „Strohhalm der Therapie“ nutzen zu können, um weitere Zeit geschenkt zu bekommen oder gar Heilung – für sich, für den Sohn, für das Leben Jeder Euro gleicht einem Händedruck, der sagt: Hey, Du bist nicht allein.

Das Spendenkonto: Marina Kunzelmann: DE94 7806 0896 0141 8466 39 bei der VR-Bank Bayreuth-Hof. .

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