Einsätze im Fichtelgebirge Bergwacht transportiert Verletzten auf dem Gleis

Matthias Grünler

Die Retter trainieren ständig Einsätze in den unterschiedlichsten Geländearten. Nun mussten sie innerhalb von zwei Tagen zu zwei ungewöhnlichen Orten ausrücken.

Dass die Bergwacht auch im weniger alpinen Fichtelgebirge gut zu tun hat, ist hinlänglich bekannt. Doch in den letzten Septembertagen mussten die Retter innerhalb weniger Tage zu zwei Einsätzen ausrücken, bei denen sie dank ihrer hervorragenden Ausbildung zwei Verunglückte aus unwegsamem Gelände bergen konnten.

Forstunfall am Silberhaus

Wie die Bergwacht Wunsiedel mitteilt, stellten die Einsätze völlig unterschiedliche Herausforderungen an die Kameradinnen und Kameraden. So zum Beispiel bei einer Alarmierung wegen eines Forstunfalls in der Nähe des Silberhauses, zu dem auch die Bergwacht Weißenstadt, der Rettungsdienst und die Feuerwehr Tröstau gerufen wurden: Ein Arbeiter hatte sich demnach bei Forstarbeiten im Waldgebiet unterhalb der Platte eine schwere Verletzung zugezogen, wodurch ein schneller und schonender Abtransport erforderlich wurde. Aus diesem Grund alarmierte die Einsatzleitung auch den Rettungshubschrauber Christoph 27 aus Nürnberg. Damit konnte der Patient mithilfe eines Luftretters der Bergwacht Wunsiedel am Seil schnell und schonend aus dem unwegsamen Gelände geborgen werden.

Hubschrauber-Einsatz

Bei einer Zwischenlandung auf dem Silberhaus-Parkplatz wurde der Patient in den Hubschrauber umgesetzt und ins Krankenhaus Kulmbach geflogen. Der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Wunsiedel, Ralf Wippenbeck, lobte die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Hilfsorganisationen. Er machte auch darauf aufmerksam, dass die Bergwacht Wunsiedel und die Feuerwehr ein ähnliches Szenario erst kürzlich im Kösseine-Gebiet intensiv geübt hatten, was dem reibungslosen Ablauf nun zugutekam.

Absturz am Bahngleis

Nur einen Tag später wurden die Einsatzkräfte der Bergwacht Wunsiedel abends zu einem völlig anderen Rettungseinsatz an die Bahnstrecke nahe der deutsch-tschechischen Grenze bei Schirnding gerufen. Ein Gleisarbeiter hatte plötzlich einen Krampfanfall erlitten, war mehrere Meter den Bahndamm hinabgestürzt und dort verletzt liegen geblieben. Die Kollegen des Verunglückten reagierten sehr schnell und alarmierten die Integrierte Leitstelle Hochfranken.

Da sich der Unfall erneut in unwegsamem Gelände ereignet hatte, wurde auch die zuständige Bergwacht Wunsiedel alarmiert. Die Bahnstrecke war bereits wegen der Gleisarbeiten auf Höhe des Rathsamer Weges für den Bahnbetrieb gesperrt. Nach gemeinsamer notärztlicher Versorgung durch Landrettungsdienst und Bergwacht wurde der Patient schonend und schnell zum bereitstehenden Rettungsfahrzeug gebracht.

Ungewöhnliches Hilfsmittel

Dabei wurde auch ein besonderes Rettungsgerät eingesetzt. Denn dank der Kollegen des Patienten konnten die Retter auf ein ungewöhnliches Transportmittel zurückgreifen: Der Verletzte wurde für einen möglichst schonenden Abtransport auf einen bereitstehenden Gleistransporter gelegt. Dadurch blieb sowohl den Rettungskräften als auch dem Patienten eine aufwendige und ungemütliche Rettung über den steilen Bahndamm erspart.

 

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