Einsatz bei Weißenstadt Bergwacht rettet Rentner vom Rudolfstein

Die Retter der Weißenstädter Bergwacht bargen den schwer verletzten 80-Jährigen vom Rudolfstein. Foto: /Bergwacht Weißenstadt

Der Mann stürzt auf der Treppe und zieht sich schwere Verletzungen am Kopf zu. Seit Wochen vergeht kaum ein Wochenende ohne Einsatz.

Weißenstadt - Schwerer Unfall am Samstagvormittag: Bei einer Wanderung ist ein 80 Jahre alter Weißen-städter gestürzt, als er zur Aussichtsplattform am Rudolfstein gehen wollte. Der Mann rutsche ab und zog sich dabei eine mittelschwere Schädelverletzung zu.

Genau zu der Zeit befanden sich 14 Frauen und Männer der Bergwacht-Region Fichtelgebirge am Rudolfstein. „Am Samstag fand hier der regionale Klettertest Sommerbergsteigen statt“, berichtet Thomas Peuschel von der Weißenstädter Bergwacht im Gespräch mit der Frankenpost. Mangel an Einsatzkräften habe daher nicht geherrscht...

In der Tat versorgten die Ausbildungsleiter den Gestürzten zunächst und riefen über die Integrierte Leitstelle Hochfranken die Weißenstädter Bergwacheinsatzkräfte zur Hilfe. Fünf ehrenamtliche Helfer rückten nach der Alarmierung über Meldeempfänger mit dem Rettungsfahrzeug aus. Die Weißenstädter bargen den Mann sogleich aus dem schweren Gelände. Mit einer Gebirgstrage transportierten sie den Patienten mehrere hundert Meter über den mit Steinen und Wurzeln durchsetzten Wanderweg und brachten ihn schonend ins Tal zum Wanderparkplatz Meierhof. Hier übernahmen der Rettungswagen des BRK und der Notarzt die weitere Versorgung und den Transport ins Klinikum Fichtelgebirge. Wie es dem schwer verletzten Weißenstädter aktuell geht, ist nicht bekannt.

Die Nachwuchskräfte der Bergwacht-Region Fichtelgebirge, die ihre praktische Prüfung absolvierten, erlebten am Samstagvormittag, wie wichtig ihre Ausbildung ist. Klettertests im Sommer und im Winter sind obligatorisch, um für Einsätze in anspruchsvollem Gelände gewappnet zu sein. Bei den Übungen geht es um das richtige Binden von Knoten, das Sichern und das Klettern. Erst wenn diese Grundfertigkeiten sitzen, schließt sich der medizinische Teil der Ausbildung an. Die Übungsleiter waren daher bestens geschult, um dem Verunglückten erste Hilfe zu leisten.

Seit Wochen sind die Mitglieder der Weißenstädter Bergwacht immer wieder bei Einsätzen gefordert. „Es ist tatsächlich derzeit eine Menge los“, sagt Peuschel. Dies liege vor allem daran, dass sich aktuell viele Menschen in den Wäldern des Fichtelgebirges aufhalten. Ob dieser Drang in die Natur mit Corona zusammenhänge, vermöge er aber nicht sagen.

Erst am 9. Juli verletzte sich ein 49 Jahre alter Mountainbiker ebenfalls beim Rudolfstein schwer. Bei strömendem Regen war er gestürzt und hatte sich eine Verletzung an der Schulter zugezogen. Die schnell eintreffenden Retter der Bergwacht Weißenstadt lagerten den Mann zunächst in einem Bergesack, um ihn vor dem Regen zu schützen. Anschließend transportieren sie ihn auf einen Weg, an dem der Rettungswagen des BRK Kirchenlamitz stand.

„Auch am Epprechtstein hatten wir dieses Jahr bereits vier, fünf Einsätze“, berichtet Peuschel. Nachdem mehrere Jahre an dieser eindrucksvollen Stelle des Fichtelgebirges nichts mehr passiert war, verunglückten heuer gleich mehrere Wanderer.

Auch wenn die Weißenstädter Bergwacht-Mitglieder derzeit besonders häufig gefordert sind, stecken sie dies laut Peuschel gut weg. „Wir haben eine gute Personaldecke mit gut ausgebildeten Mitgliedern, da finden sich immer fünf Kräfte, die schnell ausrücken können. Deshalb verteilt sich die Belastung ziemlich gut.“

Da die Einsätze der Bergwacht meist in unwegsamem Gelände sind, ist für die Retter außer der fundierten Ausbildung auch das Equipment wichtig. Vor einigen Jahren erhielten die Bergwachten in der Region auch zwei Fatbikes geschenkt, um schnell von A nach B zu kommen. Wer anderen gerne hilft und technikaffin ist, der ist bei den heimischen Bergwachten bestens aufgehoben. M. Bäu.

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