Einstimmiges Votum Stadt Selb übernimmt FGV-Bänke

Die 42 Bänke, die der FGV Selb im Stadtgebiet aufgestellt hat, werden von der Stadt Selb übernommen. Foto: dpa/Boris Roessler

Der Selber Ortsverein kann den Unterhalt nicht mehr schultern. Die Stadträte greifen ihm unter die Arme. Der Bauhof soll ermitteln, welche Bänke erhalten bleiben sollen.

Die Verantwortlichen des FGV Selb sind zufrieden – und auch ein bisschen erleichtert: Der Stadtrat Selb hat einstimmig beschlossen, die 42 Ruhebänke an den Wanderwegen vom Verein zu übernehmen. Die Stadträte kommen damit einer Bitte des Fichtelgebirgsvereins nach. Welche Bänke erhalten werden können, welche eventuell repariert werden und welche abgebaut werden müssen, wird sich noch zeigen. Die Mitarbeiter des Selber Bauhofes sollen nun eine Bestandsaufnahme machen, auf deren Grundlage der Stadtrat weiter entscheiden kann.

Der kommissarische Vorsitzende des FGV Selb, Harry Panzer, äußerte sich nach der Entscheidung zufrieden. Denn beim FGV in Selb gibt es – wie in vielen anderen Vereinen auch – ein Problem mit der Altersstruktur. Das Durchschnittsalter steigt, jüngere Mitstreiter lassen sich nur schwer finden. Und so ließen sich eben die Bänke nicht mehr zufriedenstellend in Schuss halten. „Wir kümmern uns ja weiterhin um die Wegemarkierungen“, sagt Panzer.

Bitte um Übernahme

Deswegen bat der FGV Selb die Stadt in seinem Schreiben, die Betreuung der Bänke und Tische, die der Heimatverein an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet aufgestellt hat, mit dem Bauhof zu übernehmen. Der Verein sei auch bereit, sämtliche Tische und Bänke an die Stadt zu übertragen.

Haupt- und Rechtsamtsleiterin Nicole Abraham legte in der Sitzung auch die Stellungnahme des Bauhofes vor. Demnach handelt es sich um 42 Sitzbänke und drei Bank-Tisch-Kombinationen. Die Sitzauflage aller Bänke bestehe aus Holz, die Füße meist aus Beton. Allerdings sei der Zustand des Mobiliars schlecht: Die Hälfte der Bänke sei baufällig oder irreparabel. Die andere Hälfte müsse abgeschliffen und gestrichen werden. Lediglich eine Bank sei neu. Dem Bauhof sei es aber nicht möglich, den gesamten Bestand zu unterhalten. Deswegen der Vorschlag: Es sollen einzelne Standorte ausgewählt, die Bänke auf eine machbare Anzahl reduziert werden. Auch sollten seniorengerechte Recycling-Kunststoffbänke sowie Bank-Tisch-Kombinationen aufgestellt werden, wobei die neuen Sitzmöglichkeiten durch Spenden und Sponsoring finanziert werden könnten.

Nicht förderfähig

Nadja Hochmuth, bei der Stadt zuständig für Stadtmarketing und Tourismus, erläuterte, dass man auch über den Naturpark Fichtelgebirge einen Arbeitstrupp buchen könne. Grundsätzlich sei die Reparatur von Bänken nicht förderfähig. Zuschüsse gebe es nur bei einer Aufwertung des gesamten Standplatzes. Allerdings habe der FGV signalisiert, dass man sich eine Beteiligung vorstellen könnte.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch stellte klar, dass der FGV mit der Pflege der Bänke bislang eine Aufgabe mit besonderem Wert übernommen habe – und das ehrenamtlich. Dafür dankte er den FGV-Mitgliedern ausdrücklich. Nun zeige sich, dass dieses ehrenamtliche Engagement nicht mehr ausreiche. „Wir sollten diese Verantwortung übernehmen“, sagte Pötzsch. Zwar müsse man den Zustand evaluieren und mögliche Sponsoren ansprechen, nichtsdestotrotz sollte man der Bitte des FGV nachkommen und das Angebot – wenn auch möglicherweise reduziert – erhalten.

Gutachten des Bauhofes

Dem schloss sich Klaus von Stetten für die Aktiven Bürger an: Der Bauhof solle einen Vorschlag machen, wo Bänke saniert werden können und wo nicht. Das Ergebnis soll dann im Stadtrat besprochen werden. Dann werde sich auch zeigen, was der Bauhof schultern kann.

Roland Graf (SPD) zeigte sich optimistisch, dass ein Sponsoring klappen könnte, wenn klar sei, was eine Bank oder eine Bank-Tisch-Kombination kosten.

Roland Schneider (Freie Wähler Selb) schlug vor, auch andere Vereine anzuschreiben, die entweder in Eigenleistung oder als Paten Bänke übernehmen könnten. Grundsätzlich dürfe man den Bauhof nicht überlasten, sondern eine Entscheidung über die Anzahl der Bänke auf eine gesunde Basis stellen.

Ähnlich äußerte sich Kai Hammerschmidt (SPD), der anregte, dass möglicherweise auch Einzelpersonen Bankpaten werden könnten.

Einstimmig

„Der FGV hat sehr lange gute und umfangreiche Arbeit geleistet“, sagte Wolfgang Kreil, Sprecher der CSU-Fraktion. Man solle ihm nun helfen, die Bankbetreuung ordentlich zu beenden. Pflege und Wartung würden zwar bei der Stadt hängenbleiben, „aber das werden wir machen müssen“.

Die Grundsatzentscheidung fiel dann einstimmig: Die Stadt übernimmt die Bänke des FGV im Stadtgebiet und wird auf Grundlage der Expertise des Bauhofes über weitere Schritte entscheiden.

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