Einweihung in Arzberg Neues Pumpwerk hat Betrieb aufgenommen

Zum Spaß haben am Dienstagvormittag die am Bau des Pumpwerks im Arzberger Stadtteil Sandmühle Beteiligten ein Schild mit der Aufschrift „D.-Seidel-Straße“ aufgestellt. Sie setzen damit Dieter Seidel von den Stadtwerken, der inzwischen im Ruhestand ist, ein kleines Denkmal. Anlass war die Einweihung des neuen Pumpwerks. Im Bild (von links): Polier Felix Ferchel, Architekt Rainer Dittrich, Bauleiter Norman Fonfara von der Firma Hoch- und Tiefbau Reichenbach, Planer Richard Steppan, Bürgermeister Stefan Göcking, Wassermeister Andreas Kochanek, Elektroplaner Gerhard Leuschner und Dieter Seidel.                                                                                                                                                                                               Foto: /Christl Schemm

Der Arzberger Stadtteil Bergnersreuth und Teile von Sandmühle bekommen ihr Wasser jetzt aus der Nähe von Rosenbühl.

Arzberg - Beim Um- und Ausbau der Wasserversorgung legt die Stadt Arzberg weiterhin eine hohe Schlagzahl an den Tag. Immer wieder werden – oft im Abstand von nur wenigen Wochen – neue Versorgungseinrichtungen und Leitungen in Betrieb genommen, um das Trinkwassernetz fit für die Zukunft zu machen. Am Dienstagvormittag war – bei Schneefall und eisigen Temperaturen – die Einweihung des neuen Pumpwerks im Arzberger Stadtteil Sandmühle an der Reihe. Damit wird die Wasserversorgung für Bergnersreuth umstrukturiert.

Die Haushalte in diesem Stadtteil und teilweise auch in Sandmühle beziehen ihr Trinkwasser künftig aus dem Hochbehälter III bei Rosenbühl. Dieser Hochbehälter ist der größte und neueste des Arzberger Netzes. Auch der Bau einer neuen Leitung bis zur Kammermühle, also fast bis zur Thiersheimer Straße in Arzberg, gehört zu den aktuellen Baumaßnahmen.

Der Hochbehälter Bergnersreuth ist für die Trinkwasserversorgung stillgelegt, weil das Wasser aus dem Quellgebiet Röthenbach-Bergnersreuth sehr nitrathaltig ist. Denn oberflächennahe Quellen sind anfällig für Verunreinigungen. Mit dem Wasser aus dem alten Versorgungssystem kann die Firma Purus mit Brauchwasser für ihre Betriebszwecke versorgt werden und damit erhebliche Mengen an Trinkwasser einsparen. Purus und auch die Firma Houdek brauchen in Zukunft mehr Wasser für ihre Produktion. Auch die Versorgung mit Löschwasser wird durch den alten Bergnersreuther Hochbehälter gesichert.

Eigentlich würde die Fertigstellung eines neuen Gebäudes wie dem Pumpwerk mit einem kleinen Festakt gefeiert. Nicht so in diesem Jahr. Denn auch die Stadt Arzberg muss bei allem, was sie tut, auf die Einhaltung der derzeit geltenden Veranstaltungs- und Abstandsregeln achten. Also fand am Dienstagvormittag nur ein kurzes Treffen statt, um das Pumpwerk in Betrieb zu nehmen. Bürgermeister Stefan Göcking sagte, dies sei ein weiterer großer Schritt in Richtung einer modernen Wasserversorgung. Er freute sich, dass die Arbeiten trotz der Corona-Pandemie zügig vorangegangen seien, „während es in anderen Bereichen gewaltig hapert“.

Zudem beglückwünschte der Rathaus-Chef den Mitarbeiter Andreas Kochanek von den Stadtwerken. Er habe die Prüfung bestanden und dürfe sich jetzt Wassermeister nennen. Der Dank des Bürgermeisters galt den Planern und den Beschäftigten der Baufirma Hoch- und Tiefbau Reichenbach sowie Dieter Seidel, dem früheren Chef der Arzberger Stadtwerke. Er ist mittlerweile im Ruhestand und freute sich über ein Straßenschild mit seinem Namen, das im Spaß aufgestellt wurde und an Seidels Verdienste um die Wasserversorgung erinnern soll.

Planer Richard Steppan bedankte sich ebenfalls bei den Mitarbeitern der Baufirma, die über ein junges und dynamisches Personal verfüge. Auch Steppan dankte Dieter Seidel, mit dem er während der vergangenen sechs Jahre ebenso wie mit Holger Hummer immer sehr gut zusammengearbeitet habe.

Laut den Unterlagen von Richard Steppan wurden vom Hochbehälter III Rosenbühl bis zum Pumpwerk in Sandmühle rund 2,2 Kilometer Leitungen verlegt. Weitere rund 1,4 Kilometer sind vom Pumpwerk bis zur Kammermühle kurz vor der Thiersheimer Straße nötig. Dadurch würden 20 Anwesen angebunden. Das Pumpwerk selbst ist ein Betonfertigteil mit einem hölzernen Dachaufbau. Das Dach ist mit Metall gedeckt. Die Fassade ist mit sogenannten Rockpanelen verkleidet.

Langfristiges Ziel des Masterplans für die Arzberger Wasserversorgung ist es, die gesamte Aufbereitung des Trinkwassers in der Aufbereitungsanlage Oschwitz zu zentralisieren und damit überall im gesamten Versorgungsgebiet dieselbe Wasserqualität zu erreichen und den Härtegrad insgesamt zu senken. Durch den Zusammenschluss mit dem Hochbehälter III Rosenbühl wird laut Richard Steppan die Versorgungssicherheit maßgeblich erhöht.

 
 

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