EM am Dienstag Nationalspieler setzt voll auf DFB-Elf

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Max Voigt ist deutscher U-Nationalspieler. Der Oberkotzauer, der für RB Leipzig spielt, analysiert das erste deutsche Gruppenspiel am Dienstag gegen Frankreich.

Oberkotzau/Leipzig - Der große Tag ist der Dienstag. Zum ersten Mal bei dieser Fußball-Europameisterschaft greift das deutsche Nationalteam auch in den Wettbewerb ein. Am Dienstag kommt es also drauf an! Und ganz Deutschland drückt die Daumen, wenn das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Duell der beiden letzten Weltmeister aufeinandertrifft. Und wer wäre in unserer Rubrik wohl ein besserer Experte als ein aktueller Nationalspieler? Keiner! Max Voigt ist U-17-Nationalspieler und könnte womöglich eines Tages auch mal selbst das Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft tragen.

Sein Herz schlägt schon einmal vor dem Spiel am Dienstag zwischen Deutschland und Frankreich (21 Uhr, in München, ZDF) am rechten Fleck: „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt der 16-jährige Oberkotzauer. „Die U21 hat es vorgemacht, es kann jetzt genauso auch bei A-Nationalmannschaft laufen, auch wenn die letzten Spiele nicht alle so gut gewesen sind.“ Daher sei der Start ins Turnier so wichtig. Voigts Losung: „Mit einem Sieg ins Turnier starten, dann das gute Gefühl bestätigen.“

Allerdings dürfte der amtierende Weltmeister dasselbe Ziel haben. „Vor den Franzosen darf man Respekt haben. Aber ich traue es Deutschland zu, das Spiel zu gewinnen“, so lautet sein Tipp. Als Nationalspieler macht er sich natürlich auch Gedanken um die Startformation. Die Kernfrage ist die Abwehr: „Wäre Jerome Boateng mit dabei, dann hätte ich mit einer Dreierkette gespielt“, sagt Voigt. „Aber so glaube ich, dass der Bundestrainer mit einer Viererkette spielt.“ Ob mit Joshua Kimmich auf der rechten Seite oder vor der Abwehr – Voigt hat eine Präferenz. „Vor der Abwehr ist er noch stärker und kann seine Qualitäten besser einbringen. Im Duo mit Leon Goretzka und davor Kai Havartz oder Ilkay Gündogan wären wir auch nicht schlechter als Frankreich.“ Allerdings bliebe damit ein Manko: die schwächer besetzte deutsche Außenbahn.

In Leipzig an der Akademie von RB Leipzig wird Voigt das Spiel mit allen Akademie-Spielern gemeinsam verfolgen. Und dann auch die weiteren? Und wie viele? „Das Finale ist für Deutschland auf jeden Fall drin“, sagt er. „Ich trauen ihnen den Titel zu.“

Auch weil die Gruppe wohl alle drei Großen überstehen werden. Deutschland und Frankreich sowie Portugal, das am Dienstag auf Ungarn trifft (18 Uhr, in Budapest, ZDF). „Das wird ein klares 3:0 für Portugal.“ Ungarn wird also keine Überraschung gelingen. „Sie werden vielleicht ein gutes Spiel machen, am Ende aber trotzdem Vierter werden.“ In die K.o.-Phase werden dann nur die drei anderen Teams einziehen.

Auf diese Spiele verspürt Voigt schon jetzt große Lust: „Die bisherigen Spiele haben Vorfreude auf mehr gemacht“, sagt er, der schon seit Freitag die Spiele intensiv verfolgt. „Als beim Eröffnungsspiel die Italiener und Türken im Stadion mit Zuschauern die Hymnen gesungen haben, habe ich Gänsehaut bekommen.“ Und hoffentlich ein Vorgeschmack auf die nächsten EM-Wochen.

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