Energie für Weißenstadt PV-Anlage als Baustein für Autarkie

Die Module der beantragten Anlage an der Sparnecker Straße können 2,1 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Foto: pr

Eine neue Freiflächen-Photovoltaikanlage soll einen Beitrag zur unabhängigen Versorgung mit Energie in Weißenstadt leisten. Dafür muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Die Stadt sucht auch nach Standorten für Windkraft.

An der Sparnecker Straße in Weißenstadt will die Firma Gebhardt & Gebr. Lochner GmbH & Co. KG eine Photovoltaikanlage errichten. 15 000 Quadratmeter Fläche soll die Anlage umfassen, die, wie es in dem Antrag heißt, einen „wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Firma Gelo Holzwerke GmbH leisten soll. Die Bauweise der PV-Module, für die cadmiumfreie Solarzellen vorgesehen sind, soll eine Agrarnutzung zulassen. Die Anlage kann bis zu 2,1 Millionen kWh Strom im Jahr erzeugen. Zusammen mit den bereits vorhandenen Aufdach-PV-Anlagen erzeugt das Sägewerk dann rund die Hälfte seines benötigten Stromes selbst.

2,1 Millionen kWh Strom

Dafür bedarf es einer Änderung des Flächennutzungsplans und eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplans“. Weißenstadt hat sich vorgenommen, bis Mitte 2023 nahezu energieautark aufgestellt zu sein. Dafür sei, wie es in der Vorlage für die Stadtratssitzung heißt, zusammen mit weiteren geplanten Erzeugungsanlagen und einem Batteriespeicher diese Freiflächenanlage ein wichtiger Baustein. Die Firma Gebhardt & Gebr. Lochner GmbH & Co. KG hat bereits auf ihre Kosten ein Planungsbüro mit der Erstellung der nötigen Unterlagen beauftragt. Die Stadt hat keine Kosten mit dem Verfahren.

Landschaftsschutz nicht mehr nötig

Es gebe bei solch einer Anlage zumindest keine Schallprobleme, sagte Freie-Wähler-Sprecher Thomas Miksch bei der Diskussion in der jüngsten Stadtratssitzung. Holger Grießhammer von der SPD sah den Antrag positiv. Auch in puncto Landschaftsschutz habe er keine Bedenken, dort sei Industriegebiet. An dieser Stelle wies Bürgermeister Frank Dreyer darauf hin, dass unter den Modulen eine Bewirtschaftung möglich sein soll. Außerdem sei „Landschaftsschutz“ erst vor kurzem als Kriterium bei der Bewertung von Projekten, die der Energieerzeugung dienen, weggefallen. Und die Anlage habe keine negativen Auswirkungen auf umgebende Wohnbebauung. Auch die CSU-Fraktion schloss sich dieser Argumentation an: „Man muss den Erfordernissen der Zeit Rechnung tragen“, sagte Stephan Gesell. Das Gremium stimmte dem Antrag und der damit verbundenen Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes zu.

In dem Zusammenhang erkundigte sich Thomas Miksch nach Flächen für Windkraftanlagen. Bürgermeister Dreyer erklärte, die Aufstellung sei in Arbeit, im Herbst werde er dem Gremium das Ergebnis vorstellen. Es werde auch eine Kooperation mit der Nachbarkommune Röslau in dieser Hinsicht geprüft. Desweiteren beschloss der Stadtrat den Bebauungsplan für das geplante Baugebiet „Auf dem Berg“. Hier trug man dem gestiegenen Bedarf an Baugrund in Weißenstadt Rechnung. Allerdings hielt man im Gremium die Bezeichnung des Areals für wenig werbewirksam. Er freue sich über geeignete Vorschläge, erklärte der Bürgermeister.

Stadt sucht nach Flächen für Windkraft

Neuer Name für neues Baugebiet

Aus dem Stadtrat in Kürze

Durchfahrt am Campingplatz
Aus der Nicht-öffentlichen in die öffentliche Sitzung verlegt wurde die Diskussion über die Durchfahrt am Campingplatz. Ein Dauerthema, das ihn seit Jahrzehnten begleite, erklärte der Bürgermeister. Er erhalte Beschwerden von Campern, die sich über den Durchgangsverkehr ärgerten, ebenso wie von Anliegern, die die Straße nutzen wollten. Alle bisherigen Maßnahmen, das Tempo der Durchfahrenden zu verringern, hätten nichts gefruchtet. Im Zuge der Neuverpachtung soll die Straße nun gesperrt werden. Die Umfahrung sei ausgewiesen und beschildert. Aus dem Gremium kam der Hinweis, man habe in Feldversuchen beide Varianten getestet und die Zeit gemessen: Außenrum sei man sogar schneller gewesen – vorausgesetzt, beim Durchfahren des Campingplatzes sei die Geschwindigkeit für die Spielstraße eingehalten worden. Auch wenn der Schritt für die Anwohner schmerzhaft sei, sollte aus Sicherheitsgründen der Durchgangsverkehr ausgesperrt werden, war sich das Gremium einig.

Sauberkeit
Das Erscheinungsbild der Stadt ist ebenfalls ein Dauerthema. Vor allem auf den Zugangsstraßen und am MarktpIatz lasse die Sauberkeit zu wünschen übrig. Die Anwohner könnten nach der aktuellen Rechtsprechung nicht mehr in die Pflicht genommen werden, erläuterte der Bürgermeister. Die Anschaffung von weiteren Kehrmaschinen sei zu teuer. Man strebe eine pragmatische Lösung an, waren sich alle einig. Das gKu soll hier mit eingebunden werden, jedoch nicht „jedermanns Gehsteig kehren“. 

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