Energieeinsparung Selb leuchtet im Advent kürzer

Er wird leuchten, aber nicht mehr so lange: Die Weihnachtsbaum und die Beleuchtung werden nun von 6 bis 8 Uhr und von 16 bis 22.30 Uhr angeschaltet. Foto: Andreas Godawa/Archiv

Der Stadtrat folgt dem Vorschlag von Oberbürgermeister Pötzsch, die Weihnachtsbeleuchtung zeitlich einzuschränken. In den Parks bleibt jede zweite Leuchte ausgeschaltet.

Auch die Stadt Selb spart Energie – allerdings ohne gänzlich auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. In seiner Sitzung am Mittwoch hat der Stadtrat beschlossen, die Weihnachtsbeleuchtung komplett auf LED umzustellen und die Beleuchtungszeiten zu begrenzen: von 6 bis 8 Uhr am Morgen und von 16 bis 22.30 Uhr am Abend. Energie gespart wird künftig auch in den drei großen Selber Grünanlagen Rosenthal-Park, Grafenmühlweiher und Goldberg. Dort soll künftig nur jede zweite Leuchte brennen, und zwar zu denselben Zeiten wie die Weihnachtsbeleuchtung. Die Räte folgten dabei einem Vorschlag von Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch.

40 000 Kilowattstunden

Zu Beginn der Beratung hatte Haupt- und Rechtsamtsleiterin Nicole Abraham aufgelistet, was die Stadtverwaltung in Sachen Energieeinsparung bereits auf den Weg gebracht hat. Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise und der Verordnung des Bundes habe man die Beleuchtung an folgenden Gebäuden und Baudenkmälern abgeschaltet: Porzellanbrunnen vor der Stadtkirche, Rathausturm, an den Porzellankannen in der Hohenberger und der Weißenbacher Straße, an den Werbebannern am Hallenbad und in der Weißenbacher Straße, die Fontäne und deren Beleuchtung am Hallenbadteich, am Skulpturenpark, an dem Stein an der Finanzamtskreuzung, an der Stadtkirche sowie am Regenbogenhaus. Schon damit können nach Aussage von Abraham rund 40 000 Kilowattstunden im Jahr gespart werden. Zudem würden die Weihnachtsbeleuchtung am Rathaus reduziert und alte Umwälzpumpen ausgetauscht. Dazu gebe es regelmäßige Heizungschecks, die Vorlauftemperatur in den Heizungen werde gesenkt, die Heizung in Gemeinschaftsräumen und Fluren komplett abgestellt und die Warmwasseraufbereitung an den Handwaschbecken abgeschaltet. Zudem brenne in der Tiefgarage ab 20 Uhr lediglich die Notbeleuchtung, die zudem auf LED umgestellt worden sei.

Verschiedene Schaltzeiten

Detailliert stellte Abraham die Brennzeiten und den Energieverbrauch der Beleuchtungen in den Parks und der Weihnachtsbeleuchtung dar. Demnach gelten bislang viele verschiedene Schaltzeiten, abhängig von Datum und Standort. An einigen Tagen war die Beleuchtung bisher bis 24 oder sogar 1 Uhr eingeschaltet.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sagte, das Thema Energiesparen sei auch unabhängig von der derzeitigen Krise ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die Stadt habe in Sachen Grüner Strom und Alternative Technik schon viel getan: „Wir sind umwelttechnisch auf einem guten Weg.“ Den wolle man nun noch konsequenter beschreiten. Dem Thema Weihnachtsbeleuchtung solle man sich „mit Maß und Ziel“ nähern. Deswegen sein Vorschlag: Umstellung der kompletten Weihnachtsbeleuchtung auf LED und Einschränkung der Schaltzeiten auf 6 bis 8 und 16 bis 22.30 Uhr, damit die Weihnachtsbeleuchtung nicht bei Helligkeit brenne. Das gelte auch bei den drei Parks, in denen die Beleuchtung nicht die ganze Nacht brennen müsse. Zudem sollte dort jede zweite Leuchte ausgeschaltet werden. Als Argument führte Pötzsch an, dass die Parks von Fußgängern auf normal beleuchteten Wegen umgangen werden könnten.

Breite Zustimmung

Für die SPD signalisierte Fraktionssprecher Walter Wejmelka Zustimmung. „Den Vorschlag können wir so übernehmen.“ Man brauche nicht um 30 Minuten hin oder her feilschen. Grundsätzlich gut sei die Umstellung auf LED.

Klaus von Stetten, Sprecher der Aktiven Bürger, zeigte sich ebenfalls einverstanden, mahnte aber an, dass die Straßenbeleuchtung in den Dörfern nicht betroffen sein dürfe. Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sagte, die neuen Schaltzeiten gälten nur für die Weihnachtsbeleuchtung. Für die Freien Wähler Selb fragte Roland Schneider, wie man in der Pfaffenleithe vorgehen wolle, für die es keinen „Umweg“ gebe. Der Oberbürgermeister antwortete, dass man die Leuchten dort gerade auf LED umstelle und die Schaltzeiten nicht verändert werden sollen.

Dem Vorschlag Pötzschs schloss sich auch Wolfgang Kreil für die CSU-Fraktion an. Man selber habe eine Einsparung von 30 Prozent ins Auge gefasst gehabt, der Vorschlag des Oberbürgermeisters stimme damit annähernd überein. Ebenfalls für den Vorschlag stimmte die Grünen-Stadträtin Susann Fischer.

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