Enorme Hilfsbereitschaft 619 Ukrainer im Landkreis

Landrat Peter Berek erwartet aber noch mehr Flüchtlinge. Die Hilfsbereitschaft ist nach wie vor groß.

Die ukrainischen Flüchtlinge haben ihre Heimat verloren. Der Landkreis Wunsiedel will ihnen hier bestmöglich helfen. Foto: /            Symbolfoto: Sergei Grits

Wenn es darauf ankommt, ist auf die Bürger im Landkreis Wunsiedel Verlass. So auch derzeit wieder angesichts der Flüchtlinge aus der Ukraine. Wie Landrat Peter Berek am Montag im Kreisausschuss sagte, sind im Landkreis aktuell 619 geflüchtete Ukrainer registriert. „Wahrscheinlich kommen noch einige dazu, von denen wir noch nichts wissen.“ Wie Berek und Elisabeth Weiß, die Leiterin des Fachbereichs Sozialwesen, bestätigen, ist die Hilfsbereitschaft der Bürger riesig.

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So hätten Bürger mittlerweile 160 Angebote für Unterkünfte dem Landratsamt gemeldet. „Von der Wohnung über das einzelne Zimmer und die Ferienwohnung bis hin zu Büro- und Gewerberäumen ist alles dabei“, berichtet Elisabeth Weiß. Nach wie vor würde weiterer Wohnraum benötigt, da keiner wolle, dass Geflüchtete in Hallen untergebracht werden müssen. „Bislang haben wir 30 Wohnungen vermittelt.“ Allerdings hätten sich viele Ukrainer bereits selbst um eine Unterkunft bemüht. „Manche haben Verwandte hier. Ich kenne ukrainischstämmige Familien, die bis zu 15 Leute aufgenommen haben.“

Schon 65 Kinder in der Schule

Von den 260 Kindern und Jugendlichen unter den Flüchtlingen besuchen 65 eine Schule. Laut Berek gibt es in Selb zwei Willkommensklassen, in Marktredwitz eine und eine weitere entsteht aktuell in Arzberg. Die Schulamtsleiter Günter Tauber und German Gleißner seien stets nah am Geschehen. „Beide helfen, wo sie können.“ Damit die Kinder und Jugendlichen in den Willkommensklassen auch von ukrainisch sprechenden Erwachsenen betreut werden, erkundigt sich Elisabeth Weiß bei allen Flüchtlingen, die sich registrieren lassen, ob Pädagogen oder Lehrer unter ihnen seien. „Wir haben aber auch Kinder, die in regulären Klassen integriert sind. In den vergangenen Jahren zeigte sich immer wieder, dass gerade die Kleinsten innerhalb eines Jahres ein nahezu akzentfreies Deutsch beherrschen. Kinder lernen Sprachen unheimlich schnell.“

Klaus von Stetten (Freie Wähler) erkundigte sich, ob für die Geflüchteten eine TBC-Untersuchungspflicht bestehe, wenn sie in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht seien. Laut Elisabeth Weiß versucht das Landratsamt nach wie vor, die Frauen und Kinder – Männer seien in der Minderzahl – dezentral unterzubringen. „Maximal gibt es Konstellationen, in denen vier einzelne Personen in einer Art WG zusammenwohnen und sich Küche und Bad teilen“, sagte Weiß.

Demnächst Hartz-IV-Leistungen

Die registrierten Flüchtlinge erhalten noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. „Unsere Kollegen unternehmen gewaltige Anstrengungen, um die vielen Anträge schnell zu bearbeiten. Allerdings lässt sich eine kurze Wartezeit angesichts der schieren Masse nicht vermeiden.“ Ab Juni haben die Geflüchteten Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen, sodass zu diesem Zeitpunkt das Jobcenter Fichtelgebirge zuständig wird.

Landrat Berek zollt den haupt- und ehrenamtlichen Helfern größten Respekt. „Natürlich kann nicht alles immer rund laufen. Wir bemühen uns aber, den Menschen aus der Ukraine bei uns gute Bedingungen zu bieten. Bisher ist uns das auch wirklich gut gelungen.“