Entlassungen Verdi kündigt Mitarbeiter-Protest am Sana-Klinikum an

Das Sana-Klinikum in Hof. Foto: /Thomas Neumann

37 Mitarbeiter sollen in Hof ihre Arbeit verlieren. Die Angestellten der Klinik möchten dagegen am Dienstag protestieren.

Hof - Am Dienstag protestieren Beschäftigte des Sana-Klinikums Hof mit einer aktiven Mittagspause am Haupteingang des Klinikums gegen die Massenentlassungen bei der Sana-Service Tochter DGS. Gleichzeitig wollen sie vor der Bundesgesundheitsministerkonferenz am 16. Juni ein deutliches Zeichen für eine verbindliche Personalbemessung in den Krankenhäusern setzen. Das teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Die Uhrzeit des Protest-Beginns ist symbolisch gewählt: fünf vor zwölf.

Wie berichtet, möchte die Sana DGS pro Service GmbH sollen mitten in der Pandemie über 1000 Beschäftigte bundesweit auf die Straße gesetzt werden, darunter etwa 37 im Servicebereich des Sana Klinikums Hof und zehn in Pegnitz. „Es darf nicht sein, dass die Kollegen und Kolleginnen der Servicebereiche einfach entlassen werden. Ihre Arbeit ist für unsere Kliniken unverzichtbar, sie haben sichere Arbeitsplätze und eine angemessene Entlohnung verdient. Eine weitere Aufspaltung oder Fremdvergabe würde sowohl den Beschäftigten als auch der Versorgungsqualität schaden.“

Dazu dürfe es nicht kommen. Beschäftigte der Sana-Klinik hätten deshalb bereits gemeinsam mit Beschäftigten der Service-Tochter zahlreiche Unterschriften gegen die Entlassungen gesammelt. Kerstin Bobrich, Mitglied des Betriebsrats und der Verdi-Tarifkommission bei Sana, erklärt: „Nun weiten wir den die Proteste mit einer gemeinsamen aktiven Mittagspause aus. Gleichzeitig wollen wir dabei ein Zeichen gegen den Pflegenotstand setzen, denn Krankenhaus ist Teamarbeit und funktioniert nur durch das Zusammenspiel der verschiedenen Berufsgruppen. Durch die besonderen Belastungen der Corona-Pandemie wurde dies besonders deutlich - gerade auch hier in Hof.“

Martin Schmalzbauer, Verdi-Gewerkschaftssekretär im Bezirk Oberfranken-Ost, ergänzt: „Unsere Aktion in Hof ist Teil von vielen Aktionen bundesweit, die vor der Konferenz der Gesundheitsminister am 16. Juni ein deutliches Signal für mehr Personal in den Krankenhäusern senden wollen. Denn trotz vieler Versprechungen der Politik lassen ernsthafte Maßnahmen zur Entlastung der Krankenhausbeschäftigten weiter auf sich warten. Dies können wir nicht länger hinnehmen und fordern verbindliche Vorgaben für genug Personal.“ Ein wichtiger Schritt wäre, wie Schmalzbauer weiter ausführt, die sofortige Einführung der Pflegepersonalregelung PPR 2.0. Dieses neue Instrument zur Bemessung des Pflegepersonalbedarfs, das auch etwa die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Deutsche Pflegerat fordern, soll aktuellen Entwicklungen in der Pflege Rechnung tragen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlasten.

Für nötig befindet der Gewerkschaftssekretär auch einen Übergang zu einer bedarfsorientierten Krankenhausfinanzierung anstelle der überholten Fallpauschalen. „Die Massenentlassungen bei Sana DGS unterstreichen, zu welchen Fehlentwicklungen die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens führt. Beschäftigte sowie Patienten und Patientinnen sind enttäuscht von Gesundheitsminister Spahn und erwarten, dass endlich die richtigen Lehren aus der Pandemie gezogen werden. Gemeinsam fordern wir, die Arbeitsplätze der Servicekräfte zu erhalten und durch verbindliche Personalvorgaben den überfälligen Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik einzuleiten.“

Wie berichtet, begründete Sana die Entlassungen auf Anfrage unserer Zeitung mit einer „Vielzahl von regulatorischen Projekten und Gesetzen im Gesundheitswesen“. Für die Finanzierung patientennaher Tätigkeiten über das Pflegebudget ab 2021 sei auch „der berufliche Qualifikationsbezug“ entscheidend. Daher sei es nötig, Dienstleistungsunternehmen, die patientennahe Dienstleistungen erbringen, neu zu strukturieren.

 

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