Ghulan Reza Mohammadi ist gerade neun Jahre alt, da muss er in die Fabrik. Teppichknüpfen. Der Chef lässt gerne Kinder mit ihren kleinen Fingern für sich arbeiten. Ihnen fällt das Knüpfen der Knoten für die teuren Kunstwerke leicht, die später überall auf der Welt in gut betuchten Haushalten liegen werden. Zehn, elf, wenn es sein muss mehr Stunden am Tag sitzen die Mädchen und Jungen in den Fabrikräumen und knüpfen und knüpfen. Geld verdienen, die Familie unterstützen. Dass es Kinder sind? Dass sie schlecht bezahlt werden? Dass sie keine Schule besuchen? Dass es keine Arbeitsschutzgesetze gibt? Völlig egal. In Afghanistan und vielen anderen Ländern ist Kinderarbeit normal, niemand denkt sich etwas dabei.