Die Landesvereinigung der Erzeugergemeinschaften hatte den Betrieben empfohlen, Anbauflächen zu reduzieren, um Angebot und Nachfrage anzugleichen. Die Kartoffelfläche im Freistaat ging nach Angaben der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) um vier Prozent auf 37.378 Hektar zurück. Betroffen waren Verarbeitungs- und Speisekartoffeln.
Die Anbaufläche für Stärkekartoffeln habe dagegen zugelegt. Aus diesen Kartoffeln wird Stärke gewonnen, die für die Lebensmittelproduktion, aber auch in der Industrie verwendet wird.
Hopfen
Wer auf der A9 Richtung München fährt, kann den bayerischen Hopfen nicht übersehen, säumen doch etliche Felder die Autobahn. Die Hopfenpflanzer erwarten eine Ernte unter dem Durchschnitt, schreibt das Ministerium: "Gleichzeitig setzen der sinkende Bierabsatz und ein weiterhin überversorgter Hopfenmarkt die Betriebe wirtschaftlich unter Druck." Die geringere Erntemenge könne allerdings dazu beitragen, "Angebot und Nachfrage wieder stärker ins Gleichgewicht zu bringen".
Das Jahr 2026 habe "uns leider wieder einmal drastisch vor Augen geführt, dass der Klimawandel enorme, ja existenzielle Schwierigkeiten verursachen kann", sagte der Chef des Verbandes der deutschen Hopfenpflanzer, Adi Schapfl, Ende August.
Wein
Die fränkischen Winzerinnen und Winzer müssen sich heuer mit einem mageren Ertrag zufriedengeben - im Schnitt 55 Hektoliter je Hektar. Im Jahr zuvor waren es noch 72 Hektoliter, 2024 etwa 57.
Der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 66,9 Hektolitern. Trockenheit und große Hitze setzten nach Angaben des Fränkischen Weinbauverbands den Trauben zu - und das spiegelt sich dann auch in der Erntemenge wider. Die Preise dürften trotz aller Herausforderungen stabil bleiben.
Die Anbaufläche für Wein in Franken erstreckt sich in etwa von Bamberg bis Aschaffenburg. Insgesamt gibt es eine Ertragsrebfläche von rund 5.800 Hektar - 200 Hektar weniger sind bestockt als noch im Vorjahr (Stand: 1. August 2026).
Obst
Im Obstbau falle die Bilanz gemischt aus, berichtete das Landwirtschaftsministerium. Bei den Erdbeeren etwa liege die Ernte wohl unter der Vorjahresmenge. Bei den Süßkirschen sei das Ergebnis dagegen erfreulich ausgefallen. Deren Ernte war bereits über die Bühne, als das trockene und heiße Wetter einsetzte.
Die Apfelernte fällt nach ersten Zahlen des Landesamts für Statistik mit etwa 22.000 Tonnen deutlich geringer aus als im Vorjahr. Damals wurden 33.172 Tonnen von den Bäumen geholt. Im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 2020 bis 2025 ergibt sich ein Minus von 30,9 Prozent.
Bei den Birnen registrierten die Statistik-Experten etwa 2.700 Tonnen - das sind 20,1 Prozent weniger als 2025 und 42,6 Prozent weniger als der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Der Selbstversorgungsgrad bei diesen beiden Obstsorten ist im Freistaat relativ gering: Rechnerisch können im Jahr pro Kopf nur rund 1,7 Kilo bayerische Äpfel und 200 Gramm bayerische Birnen gegessen werden.