Auch zwingende Hinweise auf Klimafolgen von Investments werden diskutiert. Noch steht das nicht fest. Der Fondsverband sieht die Pläne kritisch: Was Kapitalverwalter nicht bräuchten, seien "starre Vorgaben, die dazu führen, dass Anleger nicht mehr frei entscheiden können, worin sie investieren".
Unterdessen gewinnt der Trend an Fahrt, weil sich große Namen der Finanzwelt öffentlichkeitswirksam grün zeigen. Die Allianz etwa hat mit anderen Versicherern und Fonds ein Bündnis gegründet, das die CO2-Emissionen ihrer Anlagen bis 2050 auf netto Null senken will. Und die Deutsche Bank finanziert schon länger keine neuen Kohlekraftwerke mehr. Auch machen Umweltinitiativen Druck: Die 15 weltgrößten Vermögensverwalter nutzten ihre Marktmacht nicht genug für klimafreundliche Investments, monierte die Initiative InfluenceMap.
Bei nachhaltigen Anlagen spielen indes nicht nur karitative Motive eine Rolle. So hat der Dieselskandal bei VW vielen Investoren vor Augen geführt, dass es sich lohnen kann, auf gute Unternehmensführung zu achten: Die Aktie des Autobauers brach zwischenzeitlich ein. Auch wollen Großanleger Klagerisiken, etwa bei Tabakfirmen, ausschließen.
Wer Geld "sauber" anlegt, muss auch nicht auf Rendite verzichten. Im Gegenteil: Nachhaltige Aktienfonds mit europaweitem oder globalem Fokus schneiden über drei und fünf Jahre betrachtet im Schnitt leicht besser als herkömmliche Konkurrenzprodukte, zeigen Scope-Daten.
"Die Erkenntnis, dass sich nachhaltige Investments oft auszahlen, wächst, sagte Hartelt von Scope. Fondsmanager stellten Firmen häufiger kritische Fragen, etwa zu Arbeitsbedingungen bei Zulieferern. Hartelt beobachtet bei Finanzhäusern zuletzt "extrem viel" Bewegung. "Manche stellten ganze Teams mit Nachhaltigkeitsexperten ein."