Eurofins-Studie Wunsiedel: Mutante auf dem Vormarsch

In einer Studie untersuchen der Landkreis Wunsiedel und das Labor Eurofins die Verbreitung der Corona-Mutante. Foto: picture alliance/dpa/CDC/Alissa Eckert;Dan Higgins

Eine Studie des Labors Eurofin belegt, dass zwei Drittel aller positiven PCR-Tests in Schirnding auf die Mutation B.1.1.7. zurückzuführen sind. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

Wunsiedel - Die britische Mutante des Corona-Virus ist in der Region offenbar weiter verbreitet als gedacht. Das belegt eine Studie, die im Landkreis Wunsiedel in den vergangenen zwei Wochen in Zusammenarbeit mit dem Labor Eurofins und unter Beteiligung des Landesamtes für Gesundheit (LGL) durchgeführt worden ist.

Nach Angaben des Landratsamtes wurden bislang im Zuge des Projekts rund 10 300 PCR-Tests untersucht. Von den etwa 530 positiven Tests ergab sich in zirka 330 Fällen der Verdacht auf die Mutation B.1.1.7.; dies entspricht einem Anteil von etwa 65,5 Prozent. Bei mehr als zwei Dritteln handelte es sich demnach um die Tests tschechischer Staatsbürger. Zwei dieser Fälle seien inzwischen vom LGL im Rahmen einer Genomsequenzierung bestätigt.

Die britische Mutation B.1.1.7 des Corona-Virus ist ansteckender als seine Urform, aber für den Einzelnen im Verlauf nicht gefährlicher, heißt es in der Mitteilung. Die Gefahr liege in seiner raschen Verbreitung und den damit verbundenen steigenden Fallzahlen. So definiert das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Problematik, die mit der Verbreitung einer solchen Virus-Mutation verbunden ist.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte nach der Sitzung des Kabinetts am Donnerstag erklärt, dass diese britische Variante in ostbayerischen Regionen bereits in mehreren Fällen nachgewiesen worden ist. Wie das Landratsamt Wunsiedel mitteilt, wird diese Aussage von der Studie gestützt.

Ausgangspunkt des Modellprojekts war nach Angaben des Landratsamtes die hohe Testfrequenz und die damit verbundene gute Datenbasis im Testzentrum Schirnding. Das Labor Eurofins habe den Landkreis deshalb als geeigneten Standort für eine solche Untersuchung im Grenzgebiet zu Tschechien erkannt und sei bei den Verantwortlichen im Landkreis mit seinem Vorhaben auf offene Ohren gestoßen. Auch in der Region habe großes Interesse an weiteren Daten zur tatsächlichen Infektionslage, da die Inzidenzen im Landkreis sich seit Langem auf hohem Niveau bewegten, die Inzidenzen im angrenzenden Tschechien aber noch um ein Vielfaches höher seien, schreibt das Landratsamt. So liege die Sieben-Tage-Inzidenz in der Region Eger am Freitag bei 1334,66.

Das Labor Eurofins habe deshalb seit dem 27. Januar alle positiven PCR-Tests des Testzentrums Schirnding auf das Vorliegen der britischen Mutation untersucht. Diese Untersuchungen seien zunächst im Rahmen eines dreitägigen Pilotprojekts gelaufen. „Schon früh wurde in dieser Pilotphase eine Verbreitung der britische Mutation festgestellt“, schreibt Landrat Peter Berek in der Mitteilung.

Auf Basis dieser Erkenntnisse hätten sich Eurofins und der Landkreis dafür entschieden, dass Auftreten von Virusmutationen auch weiterhin zu überprüfen, um so weitere Aufschlüsse über seine Verbreitung und die damit verbundenen Entwicklungen im Landkreis zu erhalten, schreibt das Landratsamt.

„Trotz der unerfreulichen Ergebnisse war es richtig, dass wir die Gelegenheit zu dieser Studie ergriffen haben. Denn letztlich können wir nur dann die richtigen Schlüsse ziehen und Maßnahmen ergreifen, wenn wir ein realistisches Bild von der Lage haben“, schreibt Landrat Peter Berek. red

 

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