European Cybersecurity Month Polizei Oberfranken warnt vor aktuellen Online-Betrugsmaschen

Betrug im Netz lauert überall: Die Polizei Oberfranken zeigt, wie Trickbetrüger aktuell unterwegs sind – und wie Sie sich schützen können.

Betrügerische Online-Shops und E-Mails haben ein zunehmend originalgetreues Aussehen. Selbst für jüngere Menschen ist es daher oft nicht mehr einfach, die Guten von den Bösen zu unterscheiden. Man sollte sich deshalb unter anderem nicht die Paypal-Option "Geld an einen Freund senden" unterjubeln lassen. Die kommt nämlich ohne Käuferschutz daher. Foto: dpa/Laura Ludwig

Im Oktober ruft der European Cybersecurity Month (ECSM) wieder zu mehr Aufmerksamkeit im Netz auf. Die Polizei Oberfranken nutzt den Anlass, um auf aktuelle Betrugsmaschen aufmerksam zu machen, die zeigen: Betrüger manipulierten nämlich nur selten die Technik, sondern meistens den Menschen.

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„Unser Ziel ist nicht Angst, sondern Aufmerksamkeit“, betont Polizeipräsident Armin Schmelzer. „Gesundes Misstrauen im Netz nimmt Betrügern häufig die Angriffsfläche.“ Das Motto der EU-Kampagne passt daher perfekt: #ThinkB4UClick – denken Sie nach, bevor Sie klicken.

Die aktuell häufigsten Betrugsmaschen

Ein Blick auf einige Fälle aus dem Oktober in Oberfranken zeigt das Ausmaß der Internetkriminalität:

  • Aufgaben-Betrug bei Jobangeboten: Ein 35-jähriger Pegnitzer erhielt über einen Messenger Jobangebote, bei denen er Geld verdienen sollte, indem er Social-Media-Beiträge likte und erhaltene Gelder weiterleitete – eine klassische Geldwäsche-Falle. Er verlor über 2500 Euro und sieht sich zusätzlich einem Strafverfahren wegen Geldwäsche gegenüber.

  • Falsche Broker mit eigener App: Ein 46-jähriger Coburger stieß in sozialen Medien auf „Investment-Trading“. Die Täter begleiteten ihn über Messenger/Telefon und ließen ihn über eine Schein-App seine angeblichen Gewinne verfolgen. Der Schaden beläuft sich auf über 5000 Euro. Weitere Infos zu dieser Masche, finden Sie hier.

  • Ausspähungen per SMS: Ein 65-Jähriger aus Burgebrach erhielt eine SMS, angeblich von seiner Bank, die ein Update des TAN-Verfahrens verlangte. Nach Eingabe der Daten versuchten die Täter, 75.000 Euro abzubuchen. Dank schneller Reaktion entstand nur ein Schaden von rund 1.000 Euro.

  • Falscher Geschäfsführer: Der 63-jährige Angestellte einer Münchberger Firma erhielt im Firmenpostfach eine E-Mail „vom Chef“ mit der Aufforderung, 15.000 Euro zu überweisen. Der Mann erkannte den Betrug rechtzeitig. Hier hatten die Täter keinen Erfolg. Weitere Infos zu dieser Masche, finden Sie hier.

  • Betrügerische Onlineshops: Ein 37-jähriger Mann aus Zapfendorf (Landkreis Bamberg) bestellte online eine Kettensäge – geliefert wurde eine wertlose Lichterkette. Der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 150 Euro. Gegen den Shop wird bereits ermittelt. Weitere Infos zum Thema Fake-Shops, und wie man diese erkennen kann, finden Sie hier.

  • Neue Maschen auf Verkaufsplattformen: Eine 35-jährige Frau aus Köditz wollte ein Dirndl verkaufen. Der angebliche Käufer täuschte eine Zahlung vor und lockte sie über einen Link auf eine gefälschte Paypal-Seite. 950 Euro wurden von ihrem Konto abgebucht. Betrüger fordern teilweise auch die Kontaktaufnahme zu einem vorgetäuschten „Kleinanzeigen-Callcenter“, um noch mehr Geld zu erlangen. Weitere Infos dazu. 

Die Polizei betont, dass dies nur ein Ausschnitt aus den aktuell registrierten Maschen ist. Oberfrankenweit seien ähnliche Fälle zu beobachten. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2024 in Bayern 44.917 Fälle von Internetkriminalität registriert. Obwohl die Fallzahlen leicht gesunken sind, stieg der finanzielle Schaden auf 48,9 Millionen Euro.