Event in Lichtenberg Die Trommelwirbler vom Burgfest

Sandra Hüttner
Üben, üben, üben heißt es bei der Trommlergruppe. Die jungen Männer werden beim Burgfest wieder für besondere akustische Note sorgen. Selbstverständlich dann in mittelalterlichem Gewand. Unser Bild zeigt (von links) Frank Quehl, Frank Hallmann, Tobias Weiß, Jonas Einsiedel, Patrick Gründler und Jonas Jahn, den künstlerischen Leiter. Foto: Hüttner

Junge Männer werden in Lichtenberg den Takt vorgeben. Das Üben für die Auftritte beim Burgfest ist jedoch nicht so einfach – wegen der Lautstärke.

Seit 2017 gehört der Trommelwirbel zum Lichtenberger Burgfest, zelebriert von jungen Erwachsenen, die die Beats einstudieren – mit Begeisterung. Künstlerischer Leiter Jonas Jahn gibt auch den Takt vor, setzt gemeinsam mit Jonas Einsiedel solistische Akzente.

Die beiden haben schon langjährige Erfahrungen, Einsiedel im Spielmannszug und Jahn als langjähriger Schlagzeugspieler. „Die Idee einer eigenen Trommlergruppe kam, als das Fähnlein Ems aus Mindelheim mit 20 Trommlern bei unserem Burgfest zu Gast war“, erinnert sich Christoph Klasen, der als Ideengeber und Organisator der Trommlergruppe gilt.

Er ist es auch, der in den Wintermonaten Räumlichkeiten im eigenen Haus und im Sommer den Garten fürs Proben zur Verfügung stellt. Zu viert sind die Jungs damals gestartet, im Alter von 14 bis 16 Jahren, jetzt sind es sieben, und sie sind junge Erwachsene. Geübt wird das ganze Jahr. „Während andere Gruppen nach dem Burgfest erst einmal eine Pause einlegen, üben die Jungs weiter“, erzählt Christoph Klasen und spricht von gut anderthalb Stunden, einmal die Woche. „Während der kalten Jahreszeit und dem damit notwendigen Üben im Haus kommen statt der Trommeln Übungsbretter zum Einsatz, um die Geräuschkulisse zu minimieren“, erklärt Gastgeber Klasen. Die Trommeln sind von den Burgfreunden angeschafft worden.

„Diese waren natürlich modern, schwarz glänzend“, berichtet er lachend. Deshalb mussten mittelalterliche Verschönerungen sein, wie beispielsweise das Bespannen des Rahmens mit Fell. „Die große zweifellige Basstrommel, eine Davul, gibt die tiefen Tonfrequenzen vor“, erklärt Christoph Klasen. Michel Köhler spielt normalerweise darauf, nur bei der Probe, die unsere Zeitung besucht, ist er erkrankt, sodass Jonas Jahn das wuchtige Instrument trägt. „Neun verschiedene Stücke haben wir in petto und diese variieren“, sagt Jahn.

Er schreibt die Stücke selbst, die Noten sind auf Blättern aufgezeichnet. „Die gibt’s nicht in Büchern und jeder kann mitspielen, es wird kein Können vorausgesetzt“, merkt Christoph Klasen an. Ihm ist es wichtig, dass die jungen Leute Angebote haben, um sich beim Burgfest mit einbringen zu können. Beim Proben in „Zivil“, beim Burgfest in Gewandung. „Die Gewandung hat jeder privat, aber von den Burgfreunden haben wir Mittelalterschuhe gekauft, sodass keiner in Turnschuhen daherkommt“, sagt Klasen schmunzelnd. Festgeschriebene Auftritte an den zwei Burgfesttagen seitens der Trommlergruppe gibt es nicht. „Wir laufen mit unseren Trommeln übers Festgelände und je nach Lust und Laune wird getrommelt“, erzählt Jonas Jahn.

Bei der Bäckertaufe sei der Trommelwirbel jedoch ein fester Bestandteil. „Das steigert die Dramatik des Straf-Zeremoniells“, weiß Christoph Klasen.

Übrigens tritt die Trommlergruppe nur zu den Burgfesten auf, und die Attraktion ist gewiss. „Wenn die Trommler um die Ecke kommen, dann weichen die Gäste zurück, gehen auseinander und machen ehrfurchtsvoll Platz“, erzählt Christoph Klasen und freut sich schon auf die neuen lautstarken Auftritte der sieben jungen Trommler Jonas Jahn, Tobias Weiß, Frank Hallmann, Frank Quehl, Jonas Einsiedel, Patrick Gründler und Michel Köhler.

Derweil wird geübt, und wer am Haus von Christoph Klasen vorbeiläuft, der kann die Trommelklänge aus dem Garten vernehmen. Dabei steigt bei allen Beteiligten die Vorfreude, dass nach zwei Jahren Zwangspause wieder das Burgfest stattfinden kann und wird. Bis dahin können die Trommler noch üben. Auch das Laufen, denn auch da soll der Trommelwirbel synchron erklingen.

 

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