Fan-Aktion schlägt Wellen Polizei schickt VER-Fans nach Hause

Am Dienstag wollten die Fans des VER ihre Oberliga-Helden im Vorwerk begrüßen. Das rief die Behörden auf den Plan. Die Stadt verschiebt den Eintrag ins Goldene Buch.

Selb - Eigentlich wollten die Fans der „Selber Wölfe“ ihren Meistern und Oberliga-Helden am Dienstag einen grandiosen Empfang in Selb – genauer gesagt im Vorwerk – bereiten. Mit einem Spalier in der Hanns-Braun-Straße zwischen Sparkasse und Eishalle wollten sich die Anhänger bei dem Team bedanken und es bejubeln. Das aber haben die Behörden aus Infektionsschutzgründen verhindert. Mehrere Polizeistreifen waren am späten Nachmittag an Ort und Stelle und schickten die Fans wieder nach Hause.

Eigentlich hatte die Stadt Selb geplant, dass sich das Team am Dienstag ins das Goldene Buch eintragen soll. Die Einladung zu dieser in Corona-Zeiten nichtöffentlichen Veranstaltung schickte die Stadtverwaltung am Dienstagmorgen auch an die Frankenpost. „Nach einer grandiosen Saison des VER Selb, der damit verbundenen Doppelmeisterschaft in der Oberliga Süd und der Oberliga und dem Aufstieg in die DEL2, gebührt allen Spielern und Verantwortlichen höchster Respekt“, heißt es darin. Auch die Große Kreisstadt Selb wolle ihre Anerkennung zum Ausdruck bringen. Deswegen lade man zu einer kurzen Ehrung ein, die mit einem Eintrag der Mannschaft und aller Beteiligten ins Goldene Buch der Stadt Selb verbunden sei. Mit dabei sein sollten laut Einladung Landrat Peter Berek, Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, zweiter Bürgermeister Carsten Hentschel sowie dritter Bürgermeister Dr. Klaus von Stetten. Geplant war die Aktion für 19 Uhr in der ehemaligen Gaststätte in der Netzsch-Arena. Allerdings wies die Stadt darauf hin, dass die Ehrung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, dass das Tragen einer FFP2-Maske verpflichtend ist und dass ein negativer Covid19-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, wünschenswert ist.

Spalier und Fotos

Allerdings hatten davon einige Fans schon am Montag Wind bekommen. Über soziale Netzwerke und Gruppen wurde der Aufruf verbreitet, die Mannschaft mit einem Spalier zu empfangen – „damit die Fans ihre Meister und Aufsteiger nochmal sehen können, sie feiern können und Fotos mit Team und Pokal machen können“.

Und weiter: „Kommt reichlich, verteilt euch weitläufig und lasst eure Wölfe nochmal hochleben.“ Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass die Einhaltung von Abständen und FFP2-Masken natürlich in diesen Zeiten vonnöten seien. Und zum Schluss: „Alle hin da, Nachricht von Person zu Person verbreiten, nichts öffentlich.“ Und die Fans kamen: Mehrere Hundert VER-Anhänger dürften es gewesen sein, die sich auf den Weg ins Vorwerk machten.

Kurzfristige Absage

Das blieb aber nicht unentdeckt. Vielmehr reagierten Verein, Stadt Selb, Landratsamt und Polizei. Sechs Streifen waren im Vorwerk, die Beamten beendeten die Fan-Aktion, bevor sie richtig begonnen hatte, um eben größere Menschenansammlungen vor dem Hintergrund der geltenden Corona-Regeln zu verhindern. Das sprach sich dann bei den Fans herum: „Die Polizei hat die Veranstaltung abgesagt und droht mit Geldstrafe. Alle, die bereits dort sind, sofort wieder weg.“

Und auch die Stadt Selb sagte den Eintrag ins Goldene Buch kurzfristig gegen 17.15 Uhr ab – auch um die Situation zu beruhigen. Wie Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sagte, werde man den Eintrag ins Goldene Buch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Das Fazit der Polizei blieb aber trotz allem positiv: Die Beamten mussten keine einzige Ahndung aussprechen

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