Fasching Der arme Tor im Schwefeldunst

Doktor Faust (Bernd Geiser) im Zwiegespräch mit Mephisto (Cathrin Müller). Foto:  

Ganz auf Fasching muss auch jetzt niemand verzichten. Der TuS Lippertsgrün kommt in seiner Büttenrede 2021 zwar nicht ganz ohne die Pandemie aus, verpackt das Ganze aber in einen Klassiker. Und so schließen die Narren einen Pakt mit dem Teufel. Das haben Bernd Geiser (Faust) und seine Tochter Cathrin Müller (Mephistopheles) per „Faust“ getan. Hier ihr gereimter Dialog.

Lippertsgrün - Ganz auf Fasching muss auch jetzt niemand verzichten. Der TuS Lippertsgrün kommt in seiner Büttenrede 2021 zwar nicht ganz ohne die Pandemie aus, verpackt das Ganze aber in einen Klassiker. Und so schließen die Narren einen Pakt mit dem Teufel. Das haben Bernd Geiser (Faust) und seine Tochter Cathrin Müller (Mephistopheles) per „Faust“ getan. Hier ihr gereimter Dialog.

Faust: Hierzulande und weltweit macht die Pest sich wieder breit. Nicht nur braunes Ungeziefer will immer weiter, immer tiefer dummes Stimmvolk infizieren, um in Parlamenten zu logieren. Nein, jetzt kam noch so ein Virus an, das man nicht greifen, nicht begreifen kann. Zu meiner besten Zeit reichte es soweit, solchen Pestilenzen die lange Nase zu kredenzen. Ob so ’ne Maske helfen kann? Wer weiß das schon? Man glaubte dran! Heute weiß man, ganz präzis’, besser hilft hier ein Stück Vlies. In der Fastnachtszeit, sofern’s die gibt, ist die Filtertüte nicht beliebt. Denn jeder Narr bemerkt sehr schnell, die ist wahrlich wenig originell. Das Volk soll jetzt zusammensteh’n, doch dabei sehr auf Abstand geh‘n. Was Mächt’ge dabei überseh‘n: „Querdenker“ können sowas nicht versteh’n. Als Abstandhalter für mein Alter und als Hilfe auch beim Geh’n ist ein Einkaufswagen anzuseh’n. Meiner, sag ich ganz verschwiegen, war für einen Euro schon zu kriegen. Allein besuchen darf ich gern, sofern ich geh’ nicht ganz so fern. Andrerseits, so sei ergänzt, ist Besuch bei mir doch sehr begrenzt. Dass man die Regeln voll kapiert, find ich schier höllisch kompliziert. Statt Söder, das schwant mir schon lange, ist Mephisto hier zugange.

Mephisto: Ei, dass mich der Affe laust, mein guter, alter Doktor Faust!

Faust: Halt! Distanz! Einsfuffzich und nicht mehr kommst du näher an mich her!

Mephisto: Ach! Sonst nehmt’s ihr Männer auch nicht so genau bei Längen gegenüber einer Frau.

Faust: Wer bist Du?

Mephisto: Der Teufel.

Faust: Nein!

Mephisto: Doch!

Faust: Oh!

Mephisto: Ihr habt mich gerufen und schon bin ich do.

Faust: Oh nein, ich wusste es genau: Der Teufel ist ne Frau!

Mephisto: Wer sagt denn, dass es anders wär? Gendermäßig ist das nur fair! Vielleicht bin ich beim letzten Vers am Ende sogar noch divers.

Faust: Aha, kaum spricht man deinen Namen aus, kommst du aus der Hölle raus.

Mephisto: Bei all den Schwefeldüften zu Hause musste ich mal lüften. Befehl von oben, ist vorgeschrieben, dass ich danach, nach Belieben, aus dem Hell- äh Homeoffice dann die Welt ins Chaos stürzen kann.

Faust: Bestimmt wird’s besser! Bald, vielleicht. Falls der Impfstoff endlich reicht.

Mephisto: Was mir am Impfen so gefällt, ist, wenn man den Trotteln dieser Welt, einimpft, man könne einen ganzen Mikro-Chip ins Blut einpflanzen,mit dem Bill Gates die Menschheit, ungeniert, zu Zombies 2.0 mutiert. Und dazu hat man ein Leben lang WAHN-sinnigen Empfang. Diese Zombie-Trottel dann fingen kürzlich sogar an, gepusht von irren Blendern, Regierungssitze gar zu entern. Was war’s für mich ein Spaß, vier Jahr’ zu sehen, dass ein Mann kann ganz allein das stärkste Land der Welt entzwei’n. Macht und Geld verwandeln schier den Präsidenten hier zum Trumpeltier. Moral, Verstand und Ehr’? Weit fern! Das ist doch des Pudels Kern! Sollt’ man bei Insta und beim Twittern ’ne Verschwörung manchmal wittern, klagt man einfach mit Finesse: Schuld hat immer nur die Presse!

Faust: Mir wird von alledem so dumm, als ging ein Mühlrad mir im Kopf herum. In meinem Innern, im Geheimen, spür’ ich leise Hoffnung keimen, dass kluge Menschheit überwiegt und Vernunft, Verstand obsiegt. Ich kann Biden auch gut leiden! Er und Harris, diese beiden, sind wenig zu beneiden, solche Ämter zu bekleiden. Sie müssen jetzt arbeiten, zwei Lagern, die sich streiten, demnächst, beizeiten Wege zu bereiten, aufeinander zuzuschreiten.

Mephisto: Das wird ein höllisches Vergnügen, wenn die Fetzen bei den Amis fliegen.

Faust: Schau ich momentan die Lage dann in Deutschland an, seh’ ich ein Dreigespann. Alle mit demselben Plan: Wie wohl käme man an Merkels Thron heran? Ne Wahl ergab profan, dass der kleinste Mann den Platz gewann bei der Union vorn dran.

Mephisto: Und im Hinterhalt als Partisan lauert heimlich noch Jens Spahn.

Faust: Tja, für die CDU, ganz ohne Scherz, war Mitte Januar schon Ende Merz. Und die Moral von der Geschicht’: Körperliche Größe reicht bei Weitem nicht! Erfolg hat nicht zuletzt, wer auf Einschaltquoten setzt. Im Fernseh’n nervt er täglich schon.

Mephisto: Der apokalyptische Mahner der Nation, der selbst ernannte Mann vom Fach.

Faust: Kurz: der rote Kalle Lauterbach.

https://www.youtube.com/watch?v=gJSpcFNiC9s&feature=youtu.be

Mephisto: Gespannt sein darf man, mit Verlaub, ob der Söder, wie ich glaub’, dennoch Ambitionen hegt und seinen Job ins Kanzleramt verlegt.

Mephisto: Er beteuert doch, vielleicht mit List, dass sein Platz in Bayern ist.

Mephisto: Haha, hat der Teufel seine Finger mit im Spiel, gibt es immer einen Weg zum Ziel: Ich denk’, mir sollte es gelingen, das Kanzleramt nach Bayern herzubringen.

Faust: Dauert’s auch noch bis zur Wahl, spannend bleibt es allemal. So kann ich doch zufrieden sein. Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

Beide: Helau!

Das Video mit der kompletten Büttenrede von Bernd Geiser und Cathrin Meyer vom TuS Lippertsgrün finden Sie auf

 
 

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